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Oö. Landesarchiv

  
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Jahresbericht 2012

| Einleitung | Projekte | Bestände | Publikationen | Vorträge und Beiträge | Öffentlichkeitsarbeit | Personalia und Statistik | Anhang |

Icon - Sprung zum Seitenanfang Einleitung

Oft hat man den Eindruck, die lange Kette der Veränderungen, die im Landesarchiv seit Jahren geschehen, werde nicht nur immer dichter, sondern sei auch längst nicht mehr überschaubar, geschweige denn steuerbar. „Quo vadis“ ist eine Frage, die in solchen Situationen besondere Bedeutung hat. Dazu ein paar Gedanken.

Unbeeinflussbar wie das Wetter sind außer vielen gesetzlichen Regelungen1 große Trends wie EDV-Entwicklung, Bürgernähe und Kundenfreundlichkeit, aber auch die Eventorientierung öffentlicher Wahrnehmung. Diese Trends konkretisieren sich in der Regel in Vorschriften oder Vorgaben des Dienstgebers, die kaum Ermessensspielraum lassen. Schwieriger ist die Situation bei Zielkonflikten, z. B. dem latenten Konflikt zwischen Open-data-Grundsatz (freier Zugang) und Wirtschaftlichkeitsüberlegungen (Kostendeckungsgrad), ebenso zwischen Öffentlichkeitswirkung (Besucherzahlen) und Kernaufgaben (Bestandsbildung und -erschließung). Zu berücksichtigen ist ferner die Positionierung des Hauses im Kreis verwandter Institutionen, wobei sich Verwandtschaft einerseits über die Trägerschaft (Kulturinstitute des Landes) und andererseits thematisch definiert (geschichtsaffine Institute und Vereine); es besteht ein Spannungsfeld zwischen  Kooperationsbereitschaft und Alleinstellungseigenschaften. Schließlich sind noch Aufträge und Wünsche des Dienstgebers (Politik) eine wesentliche Größe. Aufgabe der Direktion ist es, die Entwicklung der einzelnen Faktoren und deren Wechselwirkungen abzuschätzen, sie zu gewichten und dann auf Basis dieser Analyse und der internen Notwendigkeiten Schwerpunkte zu planen: fachlich, wirtschaftlich und personell.

Das Oö. Landesarchiv war um die Jahrtausendwende ein wissenschaftlich profiliertes Kulturinstitut, dessen beabsichtigte Öffnung für stärkeren Publikumsverkehr an Platzmangel im Lesesaal und konservatorischen Problemen zu scheitern drohte, während der bisherige Schwerpunkt der wissenschaftlichen Tätigkeit von zeitgeschichtlichen Aufgabenstellungen überlagert wurde. Letzteres brachte besondere Probleme mit sich, weil die entsprechenden Bestände wenig erschlossen waren und die gewachsene Organisations- und Personalstruktur des Archivs sich für solche Aufgaben kaum eignete. Dem stand gegenüber das Sollbild eines weitgehend offenen, zukunftsorientierten Hauses, das möglichst breite Interessentenkreise ansprechen, wissenschaftlich (auch) die Landesgeschichte des 20. Jahrhunderts abdecken sollte – und aus eigenem Antrieb versuchte, den Anschluss an den wichtigsten Produzenten künftigen Archivgutes, das Amt der Oö. Landesregierung, nicht zu verlieren.

Trotz Umbaues und baulicher Erweiterungen war klar, dass eine nachhaltige Öffnung des Landesarchivs nur virtuell erfolgreich sein konnte. Wir entschlossen uns daher relativ bald, voll auf die neue Digital(isierungs)technik zu setzen – ohne zu ahnen, welche Auswirkungen dies binnen weniger Jahre haben würde. Immerhin scheinen die jüngsten Zahlen den Erfolg dieser Strategie zu belegen. Die Neuorientierung im wissenschaftlichen Bereich erfolgte nicht nur inhaltlich und personell, sondern auch auf funktioneller Ebene: Hatte wissenschaftliche Tätigkeit bisher vor allem eigene Forschungstätigkeit gemeint, so verlagerte sich nun – ermöglicht durch Großaufträge des Dienstgebers – der Schwerpunkt auf die Organisation und Begleitung externer Leistungen, was unter dem Aspekt eines in Oberösterreich nicht gerade üppigen Arbeitsmarktes für HistorikerInnen durchaus zu begrüßen und der Zusammenarbeit mit der Linzer Universität sehr zuträglich ist. Der dritte Bereich, das Verhältnis zu den Aktenproduzenten, entwickelte sich nach anfänglichen Erfolgen kaum weiter, solange die Zentralregistratur der Abteilung Präsidium weiter als Puffer dazwischenstand und die flächendeckende Einführung des elektronischen Aktes nur zögernd erfolgte. Erst in den letzten beiden Jahren kommt auch hier eine Dynamik ins Spiel, deren Auswirkungen noch nicht wirklich abzusehen sind.

Diese „großen“ Entwicklungslinien äußern sich in zahlreichen kleinen Schritten auf inhaltlichem, wirtschaftlichem und personellem Gebiet, die wiederum das Ergebnis vieler Überlegungen, Diskussionen und letztlich auch Entscheidungen sind. Sie finden statt eingebettet in die laufenden Tätigkeiten, die Beratung und Betreuung von BenutzerInnen, die Beantwortung von Anfragen, die Arbeit an und in Beständen und die zahlreichen Tätigkeiten der Verwaltung und 'Systemerhaltung'. Dass bei so vielen Schritten und Geschäften nicht der Weg und vor allem das Ziel aus den Augen verloren gehen, ist einer der Zwecke dieser Jahresberichte.

In diesem stürmischen Umfeld sind leider nicht alle neuen Ideen und Projekte erfolgreich. Dies traf im Berichtsjahr auch auf den „Verbund oberösterreichischer Archive“ zu, über dessen Gründung und Aktivitäten im Jahresbericht 2010 ausführlicher berichtet wurde. In letzter Zeit stellte sich heraus, dass die Verfolgung der Ziele durch verschiedene Entwicklungen verhindert wurde. Die kirchlichen Archive Österreichs schlossen sich in einer eigenen Interessengemeinschaft zusammen, sodass derzeit für regionale Kooperationen nur mehr wenig Bedarf und Interesse bestehen. Das Interesse der oberösterreichischen Gemeinden an ihren Archiven wurde durch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise erheblich vermindert. Zudem zeigte sich, dass nicht nur wirtschaftliche Gründe, sondern auch mangelndes gegenseitiges Vertrauen die Bildung von Kommunalarchiven (gem. Oö. Archivgesetz 2003) behindert. Das schwache Ergebnis einer Mitgliederbefragung bestätigte schließlich den Vorstand in seiner Einschätzung, dass unter den aktuellen Voraussetzungen die wesentlichsten Vereinsziele nicht zu erreichen seien. Deshalb wurde die Auflösung des Vereines mit Ende des Berichtsjahres beschlossen – in der Hoffnung, dass in einigen Jahren unter günstigeren Verhältnissen ein Neustart erfolgen kann. Die Entwicklung in einigen Bundesländern lässt Gutes hoffen.

Gerhart Marckhgott
Josef Goldberger
Cornelia Sulzbacher
Peter Zauner

 

 

1 Direkt für die inhaltliche Archivarbeit relevant sind nicht nur die Archivgesetze, sondern auch Datenschutz-, Urheberrechts- und Medien-, Personenstands- und einige andere Gesetze samt Verordnungen, die ihrerseits oft europäische Regelungen umsetzen. Indirekt ist Archivarbeit oft auch von wirtschafts-, arbeits- und sozialrechtlichen Vorschriften betroffen bis hin zu Bauvorschriften und Brandschutz.

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AUGIAS im OÖLA

(Gerhart Marckhgott)

 

Vorgeschichte

Seit Jahrhunderten bilden Bestandsverzeichnisse das Rückgrat jedes geordneten Archivs. Einen ersten Höhepunkt in der Entwicklung seit dem 16. Jahrhundert bildeten in Oberösterreich jene Verzeichnisse, die der Archivar Johann Adam Trauner (1724 bis 1805) im Auftrag verschiedener Herrschaften anfertigte.1 Die ersten Verzeichnisse des 1896 gegründeten Oö. Landesarchivs wurden von Ferdinand Krackowizer noch in gestochen sauberer Handschrift verfasst, wenig später kamen Schreibmaschinen zum Einsatz, auf welchen auch ich noch in den ersten Jahren meiner Tätigkeit einige Verzeichnisse tippte. Abgesehen von der Schrift hatte sich in 200 Jahren an Struktur und Aussehen der Archivverzeichnisse wenig geändert.
Eine besonders geschätzte Errungenschaft waren die sogenannten „Querverzeichnisse“, in denen einzelne Pertinenzen (z. B. Zunftwesen) quer über mehrere Bestände erschlossen wurden – eine ebenso mühe- wie verdienstvolle Arbeit ausgezeichneter KennerInnen der Bestände. Ein Schattendasein führten dagegen verschiedene Karteien, die im Zuge von Projekten (Genealogie, Sphragistik etc.) entstanden waren und gewissermaßen eine Restnutzung als Verzeichnisersatz erleben sollten.

Die Erschließung der Massenbestände moderner staatlicher Verwaltung unterblieb lange Zeit überhaupt – vermutlich nicht nur wegen Aussichtslosigkeit, sondern auch wegen der geringeren Wertschätzung jüngerer Verwaltungsunterlagen („Registraturgut“) gegenüber den 'wirklichen' Archivalien. Moderne  Unterlagen hatten ja den Vorteil, dass sie mit den zugehörigen Kanzleibehelfen (Elenche, Protokolle, Indices etc.) abgeliefert wurden und letztere für gelegentliche Recherchen herangezogen werden konnten.

Mitte der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts gab es erste Initiativen, Großrechner-Datenbanken auch für Verzeichnungszwecke zu nutzen. Eine entsprechende Applikation des Landesrechenzentrums  ermöglichte ab 1986 eine zwar hoch strukturierte, aber erheblichen technischen Beschränkungen unterliegende Datenerfassung.2  Immerhin standen im Landesarchiv für die dezentrale Dateneingabe zwei der allerersten PCs des Amtes der Oö. Landesregierung, während in allen anderen Dienststellen noch Terminals verwendet wurden.

Der einige Jahre später erfolgte 'Philosophiewechsel' vom Großrechner zu PCs hatte gravierende Folgen, da alle bisher auf ersterem erfassten Daten migriert werden mussten. Mangels professioneller Unterstützung und eigener Erfahrung kam es zu beträchtlichen Datenverlusten, gefolgt von kaum kontrollierbarem „Wildwuchs“ an Verzeichnungsmethoden und -strukturen. Die ursprünglich als Vorteil empfundene Abkehr von der Einheitsstruktur zugunsten verteilter Datenbanken in „Open Access“, die pro Bestand bzw. individuell maßgeschneidert werden konnten, erweist sich heute, zwei Jahrzehnte später, als erheblicher Nachteil für den Import der Daten in ein umfassendes AIS.

Der Siegeszug des PC war auch verbunden mit einem Entwicklungsschub bei der Textverarbeitung. War bis dahin die Recherche auf den wenigen, kleinen und augenschädlichen Monitoren keine Alternative zu den maschinschriftlichen Verzeichnissen im Lesesaal, so lösten die PCs nun die Schreibmaschinen ab. Der Zwiespalt zwischen Tradition und Innovation verlagerte sich gegen Ende des vorigen Jahrhunderts auf die Konkurrenz zwischen textbasierten (unstrukturierten) und aus Datenbanken generierten Verzeichnissen, wobei erstere wegen des schöneren Layout, vor allem aber wegen ihrer Flexibilität deutlich beliebter waren. Wieder waren Datenverluste unvermeidlich, wenn Korrekturen oder Ergänzungen im falschen Medium erfolgten (handschriftliche Korrekturen und Ergänzungen in Ausdrucken). Aus heutiger Sicht beinahe symbolhaft für den Abschluss der klassischen Ära der Verzeichnung ist das Erscheinen des Bandes „Haus der Geschichte“ (1998), in dem seit Jahrzehnten erstmals wieder eine Gesamtübersicht aller Bestände publiziert wurde.3 
Nur ein Jahr später eröffnete sich die Möglichkeit, Bestandsinformationen auf der eigenen Homepage des Oö. Landesarchivs zu veröffentlichen. Die dafür notwendige Migration der Verzeichnisse in einheitliches PDF-Format bedeutete den entscheidenden Schritt von der papiergestützten zur digitalen Verzeichnung. Seit etwa 2005 können die 'elektronischen' Verzeichnisse als die Originale gelten. Nachteilig an diesem grundsätzlich wichtigen Schritt war allerdings, dass das neue Einheitsformat PDF statisch und nicht strukturiert ist, während die Zukunft strukturierten, dynamischen Formaten gehört.
Schon vorher wurde für den Lesesaal eine Access-Applikation entwickelt, die unter einer einheitlichen, intuitiv zu bedienenden Oberfläche die Verzeichnisse in Form von  Textdateien oder Datenbanken zur Verfügung stellt (Projektname „ARIS“). Bestandsübergreifende Recherchen sind damit allerdings ebenso wenig möglich wie die Anzeige von Digitalisaten.4  Von Anfang an als Provisorium gedacht, blieb die Applikation doch länger als gedacht in Betrieb und wird erst jetzt von AUGIAS abgelöst werden.

Schon um die Jahrtausendwende stand für uns fest, dass ein Archiv dieser Größe auf ein Archivinformationssystem (AIS) nicht mehr verzichten könne. Während ursprünglich beabsichtigt war, das historische Archiv im 'Windschatten' des elektronischen Aktes (ELAK) mit dessen Funktionalitäten zu verwalten, zerschlug sich diese Hoffnung mit den Verzögerungen beim Rollout. 2008 wurde daher die Suche nach einem geeigneten AIS intensiviert, wobei schon auf erste Erfahrungen der meisten anderen großen Archive Österreichs5 zurückgegriffen werden konnte. Nicht zuletzt wirtschaftliche Überlegungen gaben schließlich den Ausschlag für den Ankauf des deutschen Produktes AUGIAS in der Variante XL, die neben dem Kernmodul zur Verzeichnung auch Magazin- und Benutzerverwaltung sowie ein eigenes Recherchemodul für das Internet umfasst. Zahlreiche andere Projekte verzögerten die Inbetriebnahme noch einige Zeit, bevor im Frühjahr 2012 ernsthafte Schritte zur Inbetriebnahme eingeleitet werden konnten. Dazu gehörte zu allererst die intensive Beschäftigung mit den theoretischen Grundlagen archivischer Verzeichnung, die bisher im Oö. Landesarchiv wenig bekannt und diskutiert worden waren.

 

Gegenwart und Zukunft

Schon vor rund zwei Jahrzehnten hatten die internationalen Bemühungen um Standards (Normierung) der archivischen Verzeichnung erste Erfolge, die allerdings in Österreich vorerst wenig rezipiert wurden. Erst als unter dem Druck der technische Entwicklung (EDV-gestützte Verzeichnung, AIS, Internet, Portale etc.) die Migration der altehrwürdigen Verzeichnisse in unbarmherzig strukturierte Datenbanken unvermeidlich wurde, entwickelte auch der österreichische Archivarsverband eine Richtlinie6,  die den ISAD (international standard of archival description) für österreichische Verhältnisse und Usancen adaptiert.

Für das Oö. Landesarchiv stand von Anfang an fest, dass der „Einstieg“ in ein AIS jedenfalls nach allen Regeln der Kunst erfolgen sollte. Das bedeutete, dass eine intensive Auseinandersetzung mit den einschlägigen Normen, vor allem ISAD etc., notwendig wurde. Dabei war hilfreich, dass bereits im Zuge der Vorarbeiten für die Homepage eine hierarchisch gegliederte, systematische und vollständige Beständeübersicht, die „Tektonik“, entstanden war. Als nun die Implementierung des AIS beginnen sollte, wurde als erstes diese Tektonik auf ihre ISAD- und AUGIAS-Konformität überprüft.

Die über mehrere Monate laufende Diskussion brachte nicht nur Erkenntnisse für die Interpretation und Adaptierung von ISAD, sondern auch wesentliche Grundsatzentscheidungen für die weitere Vorgangsweise in der Praxis. So wurde beschlossen, bestehende Ordnungen möglichst nicht „anzugreifen“ und Bereinigungen oder ähnliche, materielle Eingriffe zu vermeiden. Andererseits reifte aber auch der Entschluss, die Verzeichnisse so normgerecht wie möglich zu übertragen und alle Möglichkeiten, die AUGIAS bezüglich Strukturierung bietet, auch zu nutzen. Angesichts der bereits durchgeführten, aber auch noch zu erwartender Veränderungen im Speicherbereich wird auch die „Magazinverwaltung“ getrennt von der inhaltlichen Verzeichnung aufgebaut.

Nach derzeitigem Stand wird die Umstellung auf AUGIAS in den nächsten Jahren nach folgendem Modell erfolgen (die Ziffern bedeuten nur teilweise eine Reihung!):

1 Prüfung und Korrektur der Tektonik (abgeschlossen)
2 Anlegen der Tektonik in AUGIAS (abgeschlossen)
3 Übertragung und Adaptierung der Bestandsbeschreibungen von "Haus der Geschichte" und Homepage in AUGIAS (Abschluss 2013)
4 Inbetriebnahme Findbuch (Internetmodul) bis Bestandsebene samt PDF-Verzeichnissen, Ablösung der Beständeübersicht auf der Homepage
5 Adaptierung der Verzeichnungstheorie
6 Aufbau des AUGIAS-Moduls Magazinverwaltung
7 Verzeichnung und Verzeichnisimport (Datenbanken)
8 Aufbau des AUGIAS-Moduls Benutzerverwaltung
9 Vollbetrieb Findbuch

Da diese Schritte sehr verschieden lange dauern, werden sie teilweise parallel laufen. Einen Abschluss im eigentlichen Sinn kann es nicht geben, da die Erschließungs- und Verzeichnungsarbeit eine permanente Kernaufgabe im Archiv ist. Aber auch eine Vorhersage, wann alle bereits vorhandenen Verzeichnisse in AUGIAS verfügbar sein werden, ist derzeit noch nicht möglich: Es ist jedenfalls mit Jahren zu rechnen. Dieser große Aufwand ist dadurch gerechtfertigt, dass unabhängig vom gerade aktuellen AIS (derzeit eben AUGIAS) in diesem Projekt alle Verzeichnisse in EDV-taugliche Strukturen gebracht werden, sodass eventuelle spätere Programm- bzw. Applikationswechsel ohne tiefer gehende Nachbearbeitung maschinengestützt durchgeführt werden können. Wir können also tatsächlich von einem „einmaligen“ Schritt sprechen, der entsprechende Genauigkeit und Konsequenz erfordert.

Wahrscheinlich wird schon in wenigen Jahren auch die Verwaltung elektronischer Akten in AUGIAS möglich und notwendig sein. Vorher sind aber noch zahlreiche theoretische und praktische Fragen zu beantworten, etwa nach der Grenze zwischen Verwaltungs- und Historischem Archiv, zwischen ELVIS (dem oberösterreichischen ELAK) und AUGIAS, Fragen der Bewertung elektronischer Akten, der Übernahme aus dem Digitalen Archiv Österreich, der Langzeitarchivierung im Historischen Archiv und so weiter. Da es hier um Zeiträume von mehreren Jahrzehnten geht (die gleitende Schutzfrist für Verwaltungsakten beträgt derzeit 30 Jahre), ist die tatsächliche Entwicklung nicht abzusehen. Sicher ist nur, dass wir noch lange nicht damit fertig sind.


 

BAS Net – Archivische Kooperation über Grenzen

(Cornelia Sulzbacher)

 „BAS Net“ steht für die Zusammenarbeit dreier Archive: des Archivs des Bistums Passau (Fontes Bavariae), des Oö. Landesarchivs (Fontes Austriae) und des Archivs der Erzdiözese Salzburg (Fontes Salzeburgensis). Ziel ist, die historische Forschung für den Grenzraum Bayern – Oberösterreich – Salzburg voranzutreiben. Gemeinsam wurde ein Projektantrag im Rahmen des aus Mitteln des „Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung“ finanzierten EU-Förderprogramms „INTERREG Bayern – Österreich 2007-2013“ gestellt. Die Genehmigung des Projektes erfolgte im Juni 2012 für zwei Jahre.
Jedes der Archive verfolgt ein eigenes grenzüberschreitendes Teilprojekt. Das Archiv des Bistums Passau beschäftigt sich mit Restaurierung und Erschließung des Kapellarchivs Altötting, eines für die Geschichte des heutigen bayerisch-österreichischen Grenzraumes zentralen Archivbestandes. Das Archiv der Erzdiözese Salzburg erarbeitet eine Personendatenbank mit Informationen zu Salzburger Amtsträgern seit dem Jahr 1500, deren Einfluss sich oft weit über die Grenzen des ehemaligen Fürsterzbistums hinaus erstreckte.

Das Oö. Landesarchiv nimmt innerhalb des Gesamtprojektes einerseits die Rolle des Lead-Partners, also des Gesamtverantwortlichen, wahr, betreibt andererseits ein eigenes Projekt zur Geschichte des Innviertels. Bis zum Frieden von Teschen 1779 zu Bayern gehörig, befindet sich ein großer Teil der für das Innviertel relevanten Archivalien nicht in Linz, sondern in München. Um den Zugang zu diesen Unterlagen für die Forschung zu erleichtern, werden die wichtigsten davon im Bayerischen Hauptstaatsarchiv und im Staatsarchiv München digitalisiert. Gleichzeitig sollen im Rahmen eines Werkvertrages die historischen Verwaltungsstrukturen erforscht werden. Um eine größtmögliche Verbreitung neuer Erkenntnisse zur Geschichte des Innviertels zu erreichen, ging das Oö. Landesarchiv eine Kooperation mit der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der bayerischen Akademie der Wissenschaften ein. Im Rahmen des Historischen Atlas von Bayern, Reihe IV, Innviertel werden, zusätzlich zum bereits fertig gestellten Band zum Landgericht Schärding, drei weitere zu den Landgerichten Ried, Braunau, Mauerkirchen, Mattighofen, Friedburg und Uttendorf erscheinen.
 

via

(Cornelia Sulzbacher)

Volltextsuche gehört in Zeiten von Office-Produkten und Internet heute schon zum unverzichtbaren Standard. Schwieriger wird dies in Zusammenhang mit historischen Dokumenten, die, bis weit ins 20. Jahrhundert in Fraktur gedruckt, für Computer nicht bzw. nur nach aufwändiger Bearbeitung lesbar sind. Das Oö. Landesarchiv machte es sich zur Aufgabe, Originalunterlagen aus der Zeit der Ersten Republik nicht nur maschinenlesbar zu machen, sondern Geschichteinteressierten eine komfortable „intelligente“ Möglichkeit der Recherche zur Verfügung zu stellen. Gemeinsam mit der Firma m2n Intelligence Management wurde die Applikation „via“ entwickelt, die neben der herkömmlichen Volltextsuche den Benutzerinnen und Benutzern eine „intelligente“ semantische Suche bietet. via leitet Wortbedeutungen aus Verknüpfungen ab und „weiß“ daher Zusammenhänge: Dem Begriff „Polizei“ wird beispielsweise automatisch auch „Sicherheitswache“ zugeordnet.

via-Recherchen sind derzeit in drei Beständen möglich (Zeitraum jeweils 1918 bis 1938): Landtagsprotokolle und -beilagen, Landesregierungssitzungsprotokolle und Ausgaben der Regionalzeitung „Neue Warte am Inn“. Die Protokolle, Beilagen und Zeitungen wurden gescannt und in Zusammenarbeit mit SpezialistInnen für Texterkennung von Frakturdrucken der Universitätsbibliothek Innsbruck maschinenlesbar gemacht. Im Auftrag von m2n führte das Know-Center Graz im Anschluss eine maschinengestützte Analyse und Beschlagwortung durch. In diesen Quellen kann nunmehr nicht nur exakt, sondern auch semantisch gesucht werden, als zusätzliche Recherchehilfen stehen Begriffswolken, Themenlandschaften und Themenflüsse zur Verfügung.

Die Suchmöglichkeiten innerhalb der Zeitungsausgaben befinden sich noch in einem experimentellen Stadium, da die schlechte Papier- und Druckqualität sehr fehlerhafte OCR-Ergebnisse liefert. Derzeit wird an Möglichkeiten gearbeitet, einzelne Artikel als „Bedeutungseinheit“ zu erkennen. Mit diesem Entwicklungsschritt wird die Qualität der Suchergebnisse wesentlich verbessert werden.


 

Fotoaufruf

(Rudolpha Zeman)

Unter dem Titel „OBERÖSTERREICH und LINZ 1914 1938 in Fotografien“ startete das Oö. Landesarchiv in Zusammenarbeit mit dem Archiv der Stadt Linz im März 2012 eine Kampagne zur Sicherung gefährdeter Fotografien, auch im Hinblick auf die Herausgabe eines Fotobandes zum Thema „Oberösterreich 1918 1938“ und die für 2014 geplante Ausstellung zum Ersten Weltkrieg.

Da aus den genannten Jahren zum Thema „öffentlicher und privater Alltag“ kaum Fotos im Landesarchiv zu finden sind und die Befürchtung naheliegt, dass in den kommenden Jahren viel Material verschwinden, sprich vernichtet werden wird, sah das Landesarchiv Handlungsbedarf.

Im Laufe mehrerer Monate wurden ca. 600 Fotos gesammelt. Diese wurden entweder dem Landesarchiv als Spende übergeben oder kurzzeitig zum Scannen überlassen. Auch die dazugehörigen Informationen, wie Entstehungsdatum und Bildgegenstand, wurden erfasst. Sowohl die Daten als auch die Originale und die Scans werden nun nach Abschluss des Projektes in die Allgemeine Fotosammlung eingegliedert und somit der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Mit dem Archiv der Stadt Linz wurde vereinbart, dass die das Land Oberösterreich betreffenden Fotos zur Aufbewahrung und weiteren Verwendung dem Oö. Landesarchiv übergeben werden.

Weiters haben sich auch überraschend viele private Sammler und Archive auf den Fotoaufruf gemeldet, die ihre gesammelten Fotos für diverse Projekte dem Oö. Landesarchiv gerne zur Verfügung stellen.


 

Digitaler Lesesaal

(Gerald Schicho)

Das digitale Angebot im Lesesaal wurde um die Allgemeine Fotosammlung, die Fotosammlung Fremdenverkehrsverband, das Theresianische Gültbuch sowie den dienstlichen und den privaten Nachlass Schlegel erweitert. Der digitale Bestand Altes Grundbuch erfuhr eine Komplettierung und beinhaltet nun sämtliche oberösterreichische Bezirksgerichte. Der digitale Bestand der originalen Pfarrmatriken (Altmatriken) wurde ergänzt und dessen Beschlagwortung völlig überarbeitet. Die digitalen Zweitschriften der Pfarrmatriken (Pfarrmatriken-Duplikate, 1819-1940) wurden in einer verfeinerten Erschließungsform zur Verfügung gestellt. Diese neue Beschlagwortung der Duplikate erlaubt nun eine Recherche nach der Art der Matrikeneintragung (Taufen, Trauungen, Sterbefälle, etc.) und nach einem konkreten Jahr (bisher konnte nur nach relativ großen Jahresbereichen, bspw. 1918-1960, gesucht werden).


 

Mensch, Umwelt, Region

(Josef Weichenberger)

Das Oö. Landearchiv ist Partner beim Projekt „Mensch, Umwelt, Region – MUR“, das von Frau Mag.a Streitt von den Oö. Landesmuseen ins Leben gerufen wurde. Ziel ist die wissenschaftliche Aufarbeitung der Umweltgeschichte Oberösterreichs. Der Part des Oö. Landesarchivs ist die Betreuung jener ForscherInnen, die sich bei ihrer Archivarbeit mit den historischen Quellen beschäftigen. Bei regelmäßigen Treffen werden die Teilergebnisse der Arbeitsgruppen vorgestellt und besprochen. Die Forschungsergebnisse sollen in einem Studienband und einer Ausstellung 2015/16 präsentiert werden.

 

1 Eduard Straßmayr meint in seiner Biographie Trauners sogar: „In keinem Lande war während des 18. Jahrhunderts der Sinn für Archivpflege so rege, wie in Oberösterreich“ (Archivar Johann Adam Trauner. Ein Beitrag zur oberösterreichischen Archivgeschichte des 18. Jahrhunderts. In: Jahrbuch des oö. Musealvereins 81 (1926) 241-287, 255
2 Am schädlichsten waren die Auswirkungen der Beschränkung von Textstrings auf 256 Zeichen, was bei späteren Migrationen zu unkontrollierbaren Problemen führte.
3 Eine überarbeitete Neuauflage einige Jahre später kam nicht mehr zustande, weil dieselben Informationen bereits auf der Homepage zur Verfügung standen und dort zusammen mit den Verzeichnissen aktuell gehalten werden.
4 Dafür wurde eine eigene, semiprofessionelle Applikation unter dem Projektnamen „ULA“ entwickelt.

5 Die Erfahrungen ausländischer Archive sind wegen der Eigenheiten österreichischer Verwaltungs- und Archivtradition nur beschränkt heranzuziehen.

6 Publiziert 2012

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Oö. Landessanitätsrat

(Norbert Kriechbaum)

Durch Vermittlung von Frau Mag.a Magdalena Wieser von der Bibliothek der Oö. Landesmuseen, wo er sich vorübergehend befand, wurde der Bestand Oö. Landessanitätsrat am 17. September 2012 dem Oö. Landesarchiv übergeben. Zuvor war der Bestand im Eigentum des aufgelösten „Vereins Medizinmuseum “ gewesen, mit dessen Vertreterin Frau Dr.in Elisabeth Dienstl am 16. Oktober 2012 der Schenkungsvertrag abgeschlossen wurde, laut dem der gesamte Bestand in das volle Eigentum des Landes Oberösterreich überging.

Dem Landessanitätsrat, der auf Grundlage des Reichsgesetzes vom 12. Mai 1870 eingerichtet wurde, obliegt die Beratung und Begutachtung des Landeschefs (heute: Landesregierung bzw. Landeshauptmann) in Sanitätsangelegenheiten des Landes. Er ist bei allen Angelegenheiten, die das Sanitätswesen des Landes betreffen, und bei der Besetzung von Stellen des öffentlichen Sanitätsdienstes im Land heranzuziehen.

Das dem Landesarchiv übergebene Material umfasst die Einlaufprotokolle des oö. Landessanitätsrates von Juli 1900 bis Juli 1983 (vier Handschriften) sowie eine Schachtel mit Niederschriften (Protokollen) der Sitzungen des Landessanitätsrates von Juni 1945 bis Dezember 1975 und einigen Korrespondenzen.

Der Bestand wurde im Oktober 2012 von mir geordnet und verzeichnet. Er wurde der Bestandsgruppe „Staatliche Verwaltung“ / Untergruppe „Landesverwaltung seit 1945“  zugeordnet.

 

Landwirtschaftskammer Oberösterreich

(Norbert Kriechbaum)

Am 21. Mai 2012 übernahmen Herr Engelbert Lasinger und ich von der Oö. Landwirtschaftskammer etwa vier Laufmeter Bücher und zwei Laufmeter Archivalien. Frau Mag.a  Christine Stahl, die im Auftrag der Kammer deren Archiv und Bibliothek sichtete, sonderte die Ihrer Ansicht nach für das Landesarchiv interessanten Stücke aus und vermittelte die Übergabe.
Die übernommenen Bücher sind derzeit in der Bibliothek untergebracht, müssen aber noch gesichtet und katalogisiert werden, die Archivalien wurden im Juli 2012 durch Herrn Philip Hirsch während eines Ferialpraktikums geordnet und verzeichnet. In den zwölf Schachteln des Bestandes finden sich u. a. Akten bzw. Periodika des Landesernährungsamtes Donauland, der Landesbauernschaft Donauland, des Reichsnährstandes und des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Der Bestand wurde der Bestandsgruppe „Wirtschaftsarchive“ zugeordnet.

In weiterer Folge wurden seitens der Kammer noch zwei Lieferungen mit Archivalien übergeben: Am 16. Juli ein Transportkarton mit „Betriebskatastern“ für landwirtschaftliche Betriebe aus den 1960er Jahren  und am 19. Oktober 2012 zwei  weitere Transportkartons. Der eine der beiden enthält u. a. Buchhaltungsunterlagen betr. Bezirks- und Berufsgenossenschaften und Subventionen aus den 1930er Jahren, der andere, dessen Inhalt auf Wunsch der Landwirtschaftskammer gesperrt werden soll, Mappen mit Buchhaltungs- und Kontounterlagen des Reichsnährstandes und landwirtschaftliche Periodika aus der Zeit des Ständestaats und des Nationalsozialismus.

Der Inhalt der beiden letztgenannten Lieferungen ist derzeit noch nicht verzeichnet und benutzbar. Es ist beabsichtigt, ihn in den bereits bestehenden oben erwähnten Bestand Landwirtschaftskammer einzugliedern.

 

Glasdiasammlung Englahner

(Rudolpha Zeman)

 

Im Oktober 2012 kaufte, nach ausführlichem Schriftverkehr, das Oö. Landesarchiv von Herrn Konrad Englahner aus Linz eine Sammlung alter Glasdias mit dem dazugehörigen zerlegbaren Glasdia-Projektionsapparat.

Herr Konrad Englahner berichtete bei der Übergabe, dass er die Sammlung von seinem Vater Friedrich Englahner erhalten habe, der seinerseits diese 1945 von seinem Lehrbetrieb, der Sattlerei Müllner in Ebelsberg, als Geschenk bekommen habe.
Sowohl die Schachteln mit den Glasdias, zum Großteil aus den Jahren 1910 bis 1918 stammend, als auch der zerlegte Projektionsapparat sind in einer Holzkiste verpackt. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich dabei noch um die Originaltransportkiste handelt.

Die noch sehr gut erhaltenen Glasdias konnten in zwei Gruppen geteilt werden.

Eine Sammlung beinhaltet ca. 200 Glasdias, z. T. koloriert, mit Motiven aus der frühen Höhlenforschung und dem Bergsteigen sowie weitere ca. 80 aus Schulserien, betreffend Baudenkmäler aus Ägypten, England, Italien usw.
Die zweite Sammlung besteht aus 13 Originalschachteln zu je 24 Dias aus der Diaprojektionsserie „Projection für Alle“ (Weltkrieg 1914/15, Wanderung durch die Schweiz, Oberbayern etc.).

Da die Teile, die Oberösterreich bzw. den Ersten Weltkrieg betreffen, für das Oö. Landesarchiv von besonderem Interesse sind, wurden die Glasdias sowie die Programmheftchen eingescannt und in die Allgemeine Fotosammlung, Foto24201 bis Foto24587, eingegliedert.

 

 

Nachlass Kurzbauer Nachtrag

(Willibald Mayrhofer)

Am 13. Juli 2012 sichteten Josef Weichenberger und der Verfasser Unterlagen zum Nachlass von Otto Kurzbauer in der Wohnung seiner Witwe. Insgesamt wurden drei Kästen durchgesehen und nach einer oberflächlichen Beurteilung jene Unterlagen, die eventuell dem OÖLA-Bestand Nachlass Otto Kurzbauer angereiht werden können, übernommen. Der Umfang der Unterlagen beläuft sich auf 5 Umzugskartons.

 

 

Forstamt Mondsee und Forstverwaltung Mattighofen

(Willibald Mayrhofer)

Am 20. September 2012 wurden dem Landesarchiv von den Österreichischen Bundesforsten, Forstbetrieb Traun-Innviertel, vertreten durch Herrn Johann Schallmeiner, zwei Laufmeter Archivalien der ehemaligen Forstverwaltung Mondsee, Akten und Urkunden der Fürst Wrede´schen Herrschaft Mondsee sowie  ein halber Laufmeter Archivalien der ehemaligen Forstverwaltung Mattighofen, vormals k.k. Familienfonds-Gutsverwaltung Mattighofen, zur weiteren Verwendung und Aufbewahrung übergeben. Die Übernahme durch das Oö. Landesarchiv erfolgte erst nach der abschlägigen Entscheidung des Österreichischen Staatsarchivs, diese Archivalien zu übernehmen. Enthalten sind Archivalien des 18. bis 20. Jahrhunderts.

 

 

BESTANDSVERZEICHNUNGEN

 

Landeswirtschaftsamt 1. Weltkrieg

(Josef Goldberger)

Am 1. Juli 1916 wurde die eigene Registratur der „Approvisionierungsabteilung“ der Statthalterei eröffnet. Diese Abteilung war für die Nahrungs- und Futtermittelversorgung zuständig und seit Beginn der Bewirtschaftung als „Landeswirtschaftsamt“ dem „Amt für Volksernährung“ in Wien unterstellt. Es bestand auch nach dem Ende der Bewirtschaftung − allerdings mit stark reduzierter Bedeutung − bis 1925 weiter. Die Akten des mit 1. Februar 1919 neu eingerichteten und bis Ende 1922 bestehenden „Kriegswirtschaftlichen Überwachungsamtes“ (K.W.Ü.A.) befinden sich ebenfalls in diesem Bestand. Der Gesamtbestand des Landeswirtschaftsamtes 1. Weltkrieg umfasste ursprünglich 234 Faszikel und 81 Handschriften (Einlaufprotokolle und Indices). Der Bestand war lediglich durch die Original-Findbücher erschlossen. In den letzten beiden Jahren wurden die Faszikel nach den Regeln des Archivalienschutzes versorgt (mechanische Säuberung, säurefreie Umschläge) und in 373 Archivboxen eingeschachtelt. Dabei wurde auch eine Konkordanzliste erstellt sowie eine Grobverzeichnung und inhaltliche Erschließung durch Kombination der numerischen Auflistung der Aktenzahlen mit dem Aktenplan durchgeführt. Einzelne „interessante“ Aktengruppen wurden dabei genauer verzeichnet. Die Detailerschließung muss jedoch noch fortgesetzt werden.

 

Notariatsarchivalien

(Willibald Mayrhofer)

Am 18. November 2011 wurden vom Landesgericht Linz (Außenstelle Linz, Museumstraße 29) Notariatsarchivalien, die im ehemaligen Außenlager BG Rohrbach untergebracht gewesen waren, dem Archivbediensteten Franz Scharf zur Aufbewahrung im Oö. Landesarchiv übergeben. Diese betreffen Notariatssprengel der Landesgerichte Linz, Ried und Steyr. Die Auswahl der Archivalien durch das Oö. Landesarchiv erfolgte nach vorhandenen Fehlbeständen in den Grundbuchurkundensammlungen (1850/1851-1897/1900) der Bezirks- und Kreisgerichte, die bereits im Landesarchiv verwahrt werden. Der Bestand wurde von Willibald Mayrhofer geordnet, verzeichnet und beinhaltet derzeit 85 Faszikel und 23 Handschriften.

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STIFT LAMBACH IN DER FRÜHEN NEUZEIT

Frömmigkeit, Wissenschaft, Kunst und Verwaltung am Fluss

 

Im November 2009 wurde ein Symposion zur Geschichte des Stifts Lambach in der Frühen Neuzeit abgehalten. Die TeilnehmerInnen haben ihre Vorträge nun zu Papier gebracht. Vermehrt um weitere Beiträge zur frühneuzeitlichen Geschichte des Benediktinerklosters ergibt sich ein facettenreiches Bild: Von barocker Kunst im und rund um das Stift über Theater, Musik, das dichterische Schaffen eines Stadelschreibers, den Umgang mit Geheimprotestanten im Raum Lambach, das Lambacher St. Josephsspital, die Rosenkranzbruderschaft, Wissenschaft und klösterliche Gelehrsamkeit, Schriftlichkeit im klösterlichen Lebensraum bis zum Lebensalltag der Mönche und Menschen Lambachs spannt sich der Bogen der behandelten Themen.

Herausgeber:
Klaus Landa, Christoph Stöttinger, Jakob Wührer
ISBN 978-3-902801-10-4
Preis 38 Euro

 

Walter Aspernig

URKUNDENBUCH DES LANDES OB DER ENNS

Urkunden und Regesten aus den Welser Archiven 1400-1450


Das Oberösterreichische Urkundenbuch ist bis heute die einzige größere gedruckte Urkundensammlung des Landes. Der erste Band erschien bereits im Jahr 1855, die bislang letzte Ausgabe wurde 1983 fertig gestellt. Insgesamt wurden in den bisher erschienenen elf Bänden Urkunden verschiedenster Herkunft bis zum Jahr 1399 veröffentlicht.

Im Jahr 2004 beschloss der Vorstand des Oö. Musealvereines − Gesellschaft für Landeskunde, gemeinsam mit dem Oö. Landesarchiv die Weiterführung des Urkundenbuches des Landes ob der Enns vorzubereiten. Es wurde die Weiterführung des Urkundenbuches ab 1400 nach dem Provenienzprinzip beschlossen. Dr. Walter Aspernig wurde beauftragt, als ersten Band der Fortsetzungsreihe die „Urkunden und Regesten aus den Welser Archiven 1400-1450“ zu bearbeiten. Darin sind alle in Wels vorhandenen Originalurkunden und kopialen Überlieferungen dieses Zeitraumes enthalten.

Herausgeber:
OÖ. Musealverein − Gesellschaft für Landeskunde/Oö. Landesarchiv/Musealverein Wels
ISBN 978-3-902299-33-8
Preis 50 Euro

 

Franz X. Rohrhofer

HEINRICH GLEISSNER

Lehrjahre eines „Landesvaters“

 

Heinrich Gleißner gehört sicher zu den bekanntesten und populärsten Politikern des Landes Oberösterreich. 1934 als Repräsentant der „Sieger“ im Österreichischen Bürgerkrieg  zum Landeshauptmann ernannt, holte ihn 1938 das Schicksal der „Verlierer“ ein, und er teilte Existenzangst und Verbannung mit ehemaligen politischen Gegnern.

Nach dem Krieg wuchs er in die Rolle eines von allen Seiten akzeptierten „Landesvaters“: Ob dies trotz oder wegen dieser Vergangenheit möglich war, ist immer noch umstritten.

Franz Xaver Rohrhofer, Jahrgang 1938, ist Journalist und Publizist in Linz und war Chefredakteur beim ORF Oberösterreich und bei der Tageszeitung „Neues Volksblatt“. Er produziert regelmäßig Bücher zur oö. Landesgeschichte.

ISBN 978-3-902801-06-7
Preis 19,90 Euro

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Vorträge

 

Beiträge

Icon - Sprung zum Seitenanfang Öffentlichkeitsarbeit

Zeitgeschichtetag

(Cornelia Sulzbacher)

„Grenzenlos“ – unter diesem Generalthema stand der 9. Österreichische Zeitgeschichtetag, der von 3. bis 6. Oktober an der Johannes Kepler Universität Linz stattfand. Das Oö. Landesarchiv beteiligte sich mit dem Panel „Grenzerfahrungen – Zeitgeschichte in der archivischen Praxis“. Im Umfeld Archive und Zeitgeschichtsforschung stößt man auf eine Reihe von Grenzen, angefangen mit formalen wie Archivsperren oder Datenschutz über institutionelle zwischen Archiven und Universitäten bis hin zur Scheu vor einem Archivbesuch bei nicht-universitären Forscherinnen und Forschern. In drei Referaten sollten diese Grenzen und Möglichkeiten zu ihrer Überwindung thematisiert werden. Oskar Dohle, Direktor des Salzburger Landesarchivs, sprach über die Salzburger Chronistenseminare, die an Geschichteinteressierte nicht nur Wissen und praktische Arbeitstechniken vermitteln, sondern auch die Hemmschwelle vor Archivbesuchen senken. Gerhart Marckhgott zeigte Möglichkeiten einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen Geschichteinstituten und dem Oö. Landesarchiv auf.1 Der Vortrag von Michael John zu praktischen Erfahrungen eines Zeithistorikers bei der Archivrecherche entfiel krankheitsbedingt. Im Anschluss an die Referate entwickelte sich eine rege Diskussion vor allem um die Frage von Kooperationen, Archivverbünden und Digitalisierungsstrategien.

 

VERANSTALTUNGEN

Dritter oö. Archivtag

(Cornelia Sulzbacher)

Der dritte oö. Archivtag fand am 14. November im Bergbauarchiv Ampflwang, einer Außenstelle des Oö. Landesarchivs, statt. Im Mittelpunkt stand die Vorstellung von Archiven, wie dem Privatarchiv von Karl Prillinger zum Thema Landtechnik und dem Bergbauarchiv durch Mag. Hannes Koch, sowie die Frage nach der Zukunft von Archivverbünden. Während der oberösterreichische 2012 aufgelöst wurde,2 versuchen Kommunen im Oberpinzgau im Archivbereich eng zusammenzuarbeiten. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Vorträge zum von der EU geförderten Kooperationsprojekt „BAS Net“ des Archivs des Bistums Passau, des Archivs der Erzdiözese Salzburg und des Oö. Landesarchivs.
 

Zweites Symposion „Oberösterreich 1918-1938“

(Cornelia Sulzbacher)

Das Oö. Landesarchiv veranstaltete am 13. Februar 2012 das zweite Symposion zum Forschungsprojekt „Oberösterreich 1918-1938“. Ziel war es, einerseits einen ersten Zwischenstand zu präsentieren, andererseits den Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeitern eine Möglichkeit zur Diskussion und Vernetzung zu bieten. In 14 Kurzvorträgen wurden die geplanten Sammelbände zu den Themenschwerpunkten „Soziales“, „Wirtschaft“, „Das Land“, „Ereignisse“ und „Ständestaat“, sowie die Monografien zu Landeshauptmann Dr. Josef Schlegel, zur Geschichte der einzelnen Parteien und zum Energiebedarf vorgestellt. Peter Zauner referierte zu den Grundlagenprojekten des Oö. Landesarchivs.3


 

Familienforschung

(Josef Weichenberger)

Familienforschung liegt im Trend, das zeigte auch die rege Nachfrage bei den entsprechenden Kursen. Insgesamt haben 256 Personen daran teilgenommen. In Kooperation mit dem Wissensturm wickelte das Oö. Landesarchiv neun Treffen des Ahnenforscherclubs ab, bei denen Interessierten eine Plattform für Informationsaustausch geboten wird. In Zusammenarbeit mit dem WIFI Linz wurden speziell für Senioren drei Familienforscherkurse organisiert, die von 45 Personen besucht wurden. Im Landearchiv selbst erhielten 36 Personen bei drei ganztägigen Ahnenforscherseminare wichtige Grundkenntnisse vermittelt. Mit reger Begeisterung wird die Recherchemöglichkeit in den im Internet unter matricula-online.eu bereitgestellten digitalen oberösterreichischen Matriken wahrgenommen.

 

Kurrentlese- und Hausforschungskurse

(Willibald Mayrhofer)

In unserer globalisierten und vernetzten Welt begeben sich immer mehr Menschen auf die Suche nach den eigenen Wurzeln: Ahnenforschung liegt voll im Trend. Das Oö. Landesarchiv erleichtert mit den Veranstaltungen Kurrentlesekurs für AnfängerInnen und dem Haus- bzw. Familienforschungskurs den Einstieg in die Suche nach den Vorfahren. Die TeilnehmerInnen erhalten einen Überblick über die vielfältigen Unterlagen und Quellen, die für die Haus- und Familienforschung in unserem Haus zur Verfügung stehen.

Der Nutzen der Fertigkeit des sinnerfassenden Lesens von Handschriften des 19. und 20. Jahrhunderts besteht darin, dass man z. B. den Inhalt von alten Verträgen, Kochbüchern, Briefen etc. entziffern kann. Anhand von praktischen Beispielen aus dem 19. und 20. Jahrhundert werden die TeilnehmerInnen mit der Schrift der Vorfahren vertraut gemacht und lernen, Texte selbstständig zu lesen und zu erfassen.

Immer mehr Menschen wollen ein altes Haus nicht nur bewohnen oder besitzen, sie wollen auch mehr über die früheren EigentümerInnen und die Entstehungsgeschichte erfahren. Erst die Beschäftigung mit der Vergangenheit eines Hauses oder Hofes bewirkt, dass man vieles in einem anderen Licht betrachtet. Zu erfahren, welches Inventar (Möbel, Geschirr, Werkzeug etc.) auf einem Haus zu einer bestimmten Zeit vorhanden war und dies mit heutigen Verhältnissen zu vergleichen, kann zum Beispiel sehr interessant sein. Wie solche Forschungen zu bewerkstelligen sind, beginnend beim zuständigen Bezirksgericht im dortigen Grundbuchsamt, die weitere Vorgangsweise und worauf besonders zu achten ist, erfährt man von den Fachleuten des Oö. Landesarchivs. In den Veranstaltungen werden die Grundlagen der Haus-, Hof- und Familienforschung erläutert und die AnfängerInnen und EinsteigerInnen z. B. in das Arbeiten mit Alten Grundbüchern, Grundbuchextrakten, Grundbuchurkunden und Herrschaftsprotokollen eingeführt. Der Bogen spannt sich von der Gegenwart bis ins 17. Jahrhundert.

Durchgeführt wurden im Berichtsjahr:
3 Kurrentlesekurse für Anfänger (32 Personen)
1 Hausforschungskurs mit Workshop für Anfänger (11 Personen)

 

Führungen im Jahre 2012 im OÖLA

(Franz Scharf)

Es fanden Führungen für Angehörige folgender Einrichtungen bzw. Vereine statt:
Gymnasium, HS, Johannes Kepler Universität Linz, Pädagogische Akademie, Kiwanis
Zweimal wurden PraktikantInnen durch das Haus geführt.

Themen:
OÖLA (Was ist bzw. welche Dokumente befinden sich im OÖLA?)
Forschung im und Zugang zum OÖLA
Wanderung durch den Speicher und die Zeit
Erste Schritte bei wissenschaftlichen Arbeiten im OÖLA


1 siehe Anhang „Geschichtecluster statt Institutsgrenzen“

2 Details siehe Einleitung

3 Vergleiche Jahresbericht des Oö. Landesarchivs 2011

Icon - Sprung zum Seitenanfang Personalia und Statistik

Christoph Waldburger, Versetzung zum Oö. Landesarchiv mit 1.1.2012
FI Christian Heinzl, Versetzung zum Oö. Landesarchiv mit 12.3.2012
FOI Karl Kiesenebner, Pensionsantritt mit 1.3.2012
FOI Helmut Lichtenauer, Pensionsantritt mit 1.4.2012
Susanne Hanika, Pensionsantritt mit 1.5.2012
Dagmar Dietinger, Pensionsantritt mit 1.8.2012
Manuela Pfleger, Versetzung von der Personalabteilung zum Oö. Landesarchiv mit 12.11.2012

 

Statistik (inkl. Webzugriffe)

(Peter Zauner)

Lesesaal:

Zahl der BenützerInnen 776
(Gesamt-)Zahl der TagesbesucherInnen 3646
bestellte Archivalien 5781
bestellte Archivalien + Mikrofilme 9126
Benutzungsentgelte 4910
Bearbeitungsentgelte 2167
Veranstaltungsentgelte 3065

TeilnehmerInnen an Seminaren, Führungen
und sonstigen Veranstaltungen 263

 

Homepage des Oö. Landesarchivs1:

Besuche 20.807
Zugriffe 30.057


 

Präsentationen im Internet (mit Kooperationspartnern):

Urkunden2
Besuche 686
Zugriffe 10.717

Pfarrmatriken (Zugriffe)3 ca. 127.008

Tages- und Wochenzeitungen4
Besuche 29.849
Zugriffe 710.090

Urmappe des Franziszeischen Katasters5
Zugriffe 904.477

OÖ. Kulturatlas6
Zugriffe 341.496

 

1 www.ooe-landesarchiv.at, www.landesarchiv-ooe.at

2 www.monasterium.net

3 www.matricula-online.eu

4 www.anno.onb.ac.at

5 www.doris.ooe.gv.at

6 www.doris.ooe.gv.at – Fachinformation − Kunst und Kultur

Icon - Sprung zum Seitenanfang Anhang

Geschichtecluster statt Institutsgrenzen

Ein Grund für die Schwäche der Landesgeschichte in den letzten Jahrzehnten liegt darin, dass diese früher zu einem wesentlichen Teil von Archivarinnen und Archivaren (vor allem des Landesarchivs) und einzelnen, spezialisierten ForscherInnen anderer Berufsgruppen bearbeitet wurde, während die heutige Berufswelt dafür keine 'Muße' mehr lässt. Begannen früher immer wieder Universitätslehrer ihre Karriere als Archivare, so ist das im heutigen Archivbetrieb kaum mehr vorstellbar. Nebenberufliche Geschichtsforschung stirbt aus, hauptberufliche ForscherInnen finden in Oberösterreich kein Berufsumfeld. Der Mangel eines 'vollen' Geschichteinstitutes an der Linzer Uni ist eine oft beklagte, aber vorerst zu akzeptierende Tatsache.

Ein neuer Ansatz zur „Bewältigung“ dieser Situation könnte nun darin bestehen, die – immer noch vorhandenen (!) – wissenschaftlichen Kapazitäten mit Hilfe neuer Technik ortsunabhängig zu bündeln und zu aktivieren. Noch vor 20 Jahren mussten ForscherInnen gerade für zeitgeschichtliche Recherchen verschiedene Archive bereisen und den Zugang erkämpfen; heute müsste das nicht mehr sein – unter  der Voraussetzung, dass der Bedarf an Quellen mit den Digitalisierungsvorhaben der Archive abgestimmt wird.

Diese Abstimmung müsste in Zusammenarbeit zwischen Uni (im Folgenden verkürzt für: Institute / Lehrende / Studierende) etc. und Archiven in konkreten Projekten erfolgen; letzteres deshalb, weil beide Seiten mittelfristige Planungssicherheit brauchen. Konkret könnte dies in mehreren Projektstufen geschehen:

1) Die Uni plant mittelfristig mit Archiven (Plural!), was sie vorhat und welche Quellen sie dazu braucht,
2) es folgen gemeinsame Quellenrecherchen der Projektbeteiligten,
3) die Archive digitalisieren die Quellen,
4) bei der Erschließung arbeiten wieder beide Seiten zusammen,
5) die Archive stellen die neu erschlossenen Quellen ins Internet und
6) die Uni stellt die Forschungsergebnisse im Internet zur Verfügung.

Die Vorteile für beide Seiten liegen auf der Hand: Forschungsbezogene Digitalisierung würde den (derzeit) auf den Bedarf von Heimat- und Familienforschung ausgerichteten Service des Archivs bereichern und den traditionslastigen Archiven theoretischen und methodischen Input für die Erschließung bringen. Die Forschungsergebnisse könnten sich auf eine allgemein überprüfbare Quellenbasis berufen, die häufig beklagte Literaturlastigkeit der Arbeiten von Studierenden würde abgelöst von quellennaher Forschung an neuem, originellem Material, was wiederum innovativen Fragestellungen und Methoden entgegen kommt.

Die gegenwärtigen Hindernisse sind zahlreich: Es gibt so gut wie keine forschungsbezogenen Absprachen zwischen den Einrichtungen. Offizielle Kontakte zwischen Entscheidungsträgern sind selten und werden auch von den Dienstgebern – abgesehen von gelegentlichen Lippenbekenntnissen – in keiner Weise verlangt oder gefördert. Die unselige Versäulung spiegelt sich im Nebeneinander verschiedener Archive, die zwar öfter informell, aber nur selten offiziell zusammenarbeiten. Es ist aufwändig, von Universitätsseite aus geeignete Ansprechpartner zu finden, und  bedürfte also einigen Engagements auf beiden Seiten – und wer hat dafür schon die Zeit, oder nimmt sie sich? Trotzdem sollte diese Idee einmal ausgesprochen werden: vielleicht eines Tages...

2004-2012

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1997-2003

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1896-1996

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