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Jahresbericht 2013

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Icon - Sprung zum Seitenanfang Einleitung

Mit verbundenen Augen oder in Finsternis sich in einem unbekannten Raum zu orientieren ist eine Aufgabe, die höchste Konzentration erfordert und trotzdem manchmal zu blauen Flecken führt, ehe man ans Ziel kommt. Anlass für diese Feststellung sind nicht gelegentliche Missverständnisse in unseren Archivspeichern, sondern der Versuch zu beschreiben, in welcher Situation sich das Oö. Landesarchiv – und mit ihm viele andere Archive – befindet.

Schon in den Berichten der letzten Jahre1 kamen immer wieder verschiedene Aspekte und Auswirkungen der einschneidenden Veränderungen zur Sprache, die für Archive von den gesellschaftlichen (Datenschutz, open data), organisatorischen (Wirkungsorientierung), wirtschaftlichen (Kostenrechnung, Serviceorientierung) und – last but not least – technischen Entwicklungen (Digitaltechnik und -kommunikation) ausgelöst, ermöglicht, manchmal auch erzwungen wurden und werden. Die Verflechtung dieser vielen Faktoren führt zu einer Komplexität der Gesamtsituation, die schwer im Auge zu behalten ist; Prognosen über mehrere Jahre hinweg sind praktisch unmöglich. Wir erleben es immer wieder in den zahlreichen Planungsgesprächen und Diskussionen, dass fast jede vermeintliche Lösung aktueller Probleme wenig später neue Fragen aufwirft, dass sich die Basis eben erst gefundener Antworten als überholt, mangelhaft oder einfach zu schmal erweist und die Denk- und Planungsarbeit von vorne losgeht. Im Zuge dieser ständigen und intensiven Bemühungen um Übersicht und Planung verdichtet sich immer mehr der Eindruck, dass frühere Konstanten und Erfahrungen (z. B. Selbstverständlichkeit von Archiven, Berufsbild des Historikerarchivars, learning by doing – um nur einige Diskussionspunkte zu nennen) heute nicht mehr viel weiterhelfen. Wir tappen weitgehend im Dunkeln, wenn wir den künftigen Entwicklungskurs des Landesarchivs planen.

Eine weitere Folge der Komplexität ist die rasante Verbreiterung der Wissensbasis, die zur Bewältigung der Herausforderungen notwendig ist. Sie geht schon weit über das Spektrum hinaus, das eine einzelne Person abdecken kann. Unsere Betriebsgröße erfordert von vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen hohen Grad an Spezialisierung, die nicht nur Ergebnis jahre- und jahrzehntelanger Praxis, sondern auch aktiver Informations- und Fortbildungsaktivitäten ist. So erklären sich nicht nur bereits eingetretene Veränderungen in der Personalstruktur, sondern auch der verstärkte Bedarf nach Personalentwicklung (mit dem Risiko, dass diese bei unvorhergesehenen Entwicklungen in anderen Bereichen ins Leere geht). Ebenfalls erklärt sich aus dieser Spezialisierung die Notwendigkeit teamorientierter Arbeitsweise sowohl im operativen als auch im Führungsbereich; die Zeiten genialen Einzelgängertums – wenn es sie denn jemals gegeben hat – sind vorbei. Nur das Zusammenwirken der Spezialistinnen und Spezialisten kann verhindern, dass wir – um das Eingangsbild wieder aufzugreifen – uns im Dunkel der Zukunft bei der Suche nach dem richtigen Weg blaue Flecken holen oder in die Irre gehen.

Entscheidend bei jeder Suche ist zu wissen, wo man hin will. Lange Zeit galt in unseren Kreisen die Beschäftigung mit und die Formulierung von (Unternehmens-)Zielen als Modetorheit. Inzwischen stellte sich – nicht zuletzt dank des Wirkungsorientierungsprojektes WOV im Amt der Oö. Landesregierung – heraus, dass ohne dieses Steuerungsinstrument kaum nachhaltige Führung möglich ist. Es ist daher eine der wesentlichsten Aufgaben, Ziele nicht nur einmal zu definieren, sondern sie auch aktuell zu halten und sie in dem vom Dienstgeber vorgegebenen Rahmen als ‚Kompass’ für die Fahrt im Nebel zu benutzen.

Wenig von dem, was ich hier beschrieben habe, findet sich ausdrücklich in den folgenden Berichten. Damit nicht dadurch der Eindruck entsteht, an den Archiven gehe – immer noch – die Zeit spurlos vorbei, soll wenigstens in dieser Einleitung darauf hingewiesen werden, dass dies ganz und gar nicht der Fall ist. Das Landesarchiv ist als Betrieb derzeit Belastungen ausgesetzt, wie sie nur eine – in Management-Begriffen – krisenhafte Veränderung mit sich bringt. Es ist wohl vor allem dem guten und stabilen Betriebsklima zuzuschreiben, dass krisentypische Auswirkungen bisher weder bezüglich der Leistungsfähigkeit der Dienststelle noch im individuellen Befinden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bemerken sind. Im Gegenteil: Trotz der empfindlichen Personalreduktion der letzten Jahre nahmen bisher sowohl „Output“ als auch „Wirkung“ spür- und messbar zu. Wir können daraus schließen, dass die Effizienzsteigerung größer war als die Einbuße an Ressourcen – ein deutliches Indiz für die Richtigkeit des bisherigen Weges.

 

G. Marckhgott

 

1   Neben kleineren Spezialberichten s. vor allem 2004 S. 14; 2005 S. 24; 2011 S. 28 und 31; 2012 S. 7ff

Icon - Sprung zum Seitenanfang Projekte

Vom Verzeichnis zum Archivprogramm

Projekt AUGIAS – 1. Akt

(Gerhart Marckhgott)

Was ein Archivverzeichnis ist und was es enthält – oder enthalten sollte –, gehört zum Grundwissen aller Personen, die an oder in Archiven arbeiten. Vor allem Haustraditionen, in geringerem Maß auch Aus- und Weiterbildung prägen die individuellen Erschließungsvorstellungen, die sich im Lauf der Jahre oft zu Denkmustern verfestigen. Wenn es dann – aus welchen Gründen immer – notwendig wird, solche Gewohnheiten nicht nur zu hinterfragen, sondern auch radikal zu verändern, ist das ein schwieriger und mit vielen Hindernissen gespickter Weg. Wie alle größeren Archive ist auch das OÖLA seit einiger Zeit auf diesem Weg unterwegs und es ist deshalb angebracht, diesen Aspekt der Archiventwicklung im Jahresbericht zu dokumentieren.

Abgesehen von inhaltlichen Angaben zu den Archivalien gibt ein gutes Verzeichnis Auskunft darüber, wo das Archivgut herkommt und wie es geordnet wurde, welche Aufbewahrungseinheiten es gibt und welche Archivalien in diesen enthalten sind (Minimalverzeichnisse – die es eigentlich gar nicht geben sollte, die aber gerade bei Massengut als ewige Provisorien immer wieder zu finden sind – beschränken sich auf letztere Angabe). Damit ein Archiv als solches funktioniert, braucht man ergänzend dazu noch Standortverzeichnisse und das Erfahrungswissen der „Ausheber“, wo die im Verzeichnis angegebenen Einheiten zu finden sind. Und schließlich gibt es in jedem Archiv noch das Wissen der Serviceleute im Lesesaal, die nicht nur die Benutzer identifizieren, kontrollieren und deren individuelle Berechtigungen kennen, sondern auch Auskunft geben können, wo sich gerade welche ausgehobenen Archivalien befinden. Im OÖLA verteilten sich zuletzt all diese Informationen auf etwa 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit Hilfe von mehreren Hundert Verzeichnissen, Journalen, Datenbanken und Listen im Aufgabenbereich „Bereitstellung“ tätig sind, der – vor allem in der Außensicht – das Hauptgeschäft von Archiven ausmacht.

Rückblick

Nach ersten überwiegend gescheiterten Versuchen in den Achtziger-Jahren, die eben erst entstehenden Möglichkeiten der elektronischen Datenverarbeitung am Großrechner auch für die Archivverwaltung und -erschließung zu nutzen, wurde im OÖLA der Traum von einer umfassenden Lösung erst einmal aufgegeben zugunsten eines ebenso flexiblen wie unorganisierten Nebeneinanders von strukturierten und unstrukturierten, gedruckten und elektronischen Bestandsverzeichnissen unterschiedlichster Qualität.

Das Buch „Haus der Geschichte“ (1998) und später die runderneuerte Homepage des OÖLA (2005) waren nach längerer Zeit diesbezüglichen Stillstandes wieder erste Maßnahmen, einen systematischen Überblick zu gewinnen und dann im Internet, d. h. öffentlich und frei zugänglich, die verschiedenen Arten von Verzeichnissen auf PDF-Basis zu konsolidieren. Die internationale Entwicklung um die Jahrtausendwende, die damals schon grundlegende Normen und Empfehlungen zur maschinengestützten Archiverschließung und -verwaltung hervorbrachte, wurde zwar im Zuge der Vorbereitungen für den „elektronischen Akt“ zur Kenntnis genommen, fand aber im OÖLA noch keinerlei konkrete Umsetzung. Der damals entwickelte Plan, die Archivverwaltung in Richtung und im Rahmen des „elektronischen Aktes“ ELVIS aufzubauen, scheiterte nach einigen Jahren nicht nur wegen der langen Verzögerungen im Rollout von ELVIS, sondern wurde auch angesichts erster praktischer Erfahrungen mit dieser Strategie in anderen Archiven aufgegeben. Immerhin wurde etwas später mit der Erstellung der Tektonik-Datenbank, in der tatsächlich alle im OÖLA vorhandenen Bestände erfasst sind, ein echter Meilenstein in der Vorbereitung auf ein Archivinformationssystem (AIS) gesetzt. Parallel dazu lief ab 2008 ein informelles Auswahlverfahren für die Beschaffung eines solchen „Archivprogrammes“. Inzwischen waren in anderen, größeren Archiven verschiedene Produkte bereits im Einsatz oder kurz davor, sodass erste Vergleichsmöglichkeiten genutzt werden konnten. Die Wahl fiel schließlich auf AUGIAS.

Es war Absicht der Direktion, im Zuge der Einführung nicht nur vorhandene Verzeichnisse  ‚irgendwie’ in AUGIAS einzugeben, sondern diesen Schritt auch zu einer theoretischen Reflexion und praktischen Modernisierung der Ordnungs- und Verzeichnungsgewohnheiten im OÖLA zu nutzen. Als endlich diverse Baumaßnahmen und die großen organisatorischen Änderungen (Stichwort Verwaltungsarchiv) einigermaßen abgeschlossen waren, begann die Einstimmung auf das „Projekt AUGIAS“ mit einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Standard ISAD(G), der zwar grundsätzlich bekannt, aber praktisch bis dahin nicht rezipiert worden war. Gerade noch rechtzeitig konnte auch die österreichische Umsetzungs-Empfehlung des VÖA in die Diskussion einfließen.

Phase 1

Mit Jahresbeginn 2013 starteten fünf Arbeitsgruppen, die sich mit den Themenbereichen Formulare, Magazin, Benutzer, Import und Internet (= Findbuch) befassen und konkrete Umsetzungsvorschläge erarbeiten sollten. Für die Diskussion und Qualitätskontrolle der Vorschläge wurde in zweiwöchigem Rhythmus ein Jourfixe reserviert. Es zeigte sich allerdings ziemlich bald, dass die genannten Arbeitsbereiche stark voneinander abhängig waren, sodass eine parallele Bearbeitung in getrennten Gruppen in der Praxis kaum durchführbar war. Auch die Tatsache, dass die Diskussionen „am grünen Tisch“ geführt wurden und die Ergebnisse noch nicht in der Praxis ausprobiert werden konnten (AUGIAS war noch nicht verfügbar), erwies sich als hinderlich.

Schon nach wenigen Wochen war das Scheitern dieses Anlaufes abzusehen. Neben einer ungebrochen positiven Aufbruchsstimmung blieb als wichtigste Erkenntnis der Konsolidierungsbedarf des Verzeichnisbestandes; in der seit Jahren unüberschaubaren Menge teils gedruckter, teil digitaler, meist unstrukturierter, teilweise aber auch hoch strukturierter Verzeichnisse sollte die jeweils aktuellste Version als die authentische festgestellt, alle anderen für ungültig erklärt und – soweit möglich – auch schon aus dem Verkehr gezogen werden. Dieses hochgesteckte Ziel wurde nicht erreicht. Geblieben ist immerhin das Problembewusstsein, dass nicht jedes x-beliebige Verzeichnisexemplar als Bearbeitungsgrundlage geeignet ist, und die Erkenntnis, dass bei manchen wichtigen Beständen der im Lesesaal verfügbare Stand weit hinter dem tatsächlich schon erreichten Erschließungsstand zurückgeblieben war.

Phase 2

Inzwischen war es der – überlasteten und mit ständig wechselnden Prioritäten konfrontier-ten – IT-Truppe gelungen, die Software (Version 8.3) so weit in Betrieb zu nehmen und allen Archivarinnen und Archivaren zur Verfügung zu stellen, dass nun im „Spielbetrieb“ auch von der praktischen Seite her erste Erfahrungen gesammelt werden konnten. Die folgenden Wochen waren geprägt von vielen „Aha-Erlebnissen“, wobei es nicht nur nachteilig war, dass kein Instruktor oder Power-User für die Beantwortung zahlloser Fragen zur Verfügung stand; das gemeinsame Erarbeiten der Antworten war und ist zwar ein mühsamerer Prozess als die Absolvierung von Schulungen, sorgt aber für ein wesentlich solideres Verständnis bei allen Beteiligten und fördert weiter ein dynamisches, sehr positives Gruppenklima, in dem  unvermeidliche kleinere Rückschläge leicht zu verkraften sind.

Wichtigstes Ergebnis dieser Phase war die Erfassung aller Daten auf Bestandsebene, die nach ISAD erforderlich sind. Eine – schon oft verschobene, jetzt aber endgültig fällige – Begleitmaßnahme war die Durchforstung der internen Amtsakten nach den Erwerbstiteln zahlreicher Bestände und Bestandserweiterungen. Nicht nur bei Entlehnungsansuchen, sondern auch in nutzungsrechtlichen und manchmal auch datenschutzrechtlichen Fragen, die immer wichtiger werden, spielt die Erwerbungsart eine entscheidende Rolle. Wenn auch (vorerst?) keine lückenlose Dokumentation gelang, so ist nun doch die Rechtssicherheit in diesem Bereich um einiges höher als noch vor wenigen Jahren.

Im Rahmen der Diskussionen, was denn eigentlich ein Bestand sei, stellte sich auch die Frage nach dem Unterschied zwischen Verzeichnungseinheit und Aufbewahrungseinheit (es gibt hiefür viele Synonyme im deutschsprachigen Archivwesen): Wer Jahrzehnte lang nur den Inhalt von Schachteln und Faszikeln beschrieb, stellt sich nicht leicht auf eine grundlegend andere Sichtweise um – vor allem, wenn dann Verzeichnungs- und Aufbewahrungseinheit in manchen Fällen doch wieder identisch sind. Die gelungene Verinnerlichung dieser Unterscheidung war eine entscheidende Voraussetzung für das spätere Verstehen des AUGIAS-spezifischen Begriffes der „Systematik“.

Auch zwei wesentliche Grundsatzbeschlüsse fielen in dieser Phase:

1) Die vorhandene physische Gliederung und Beschriftung der Bestände, deren manchmal gravierende Mängel im Lauf der Diskussionen offenbar wurden, sollte nur in absoluten Ausnahmefällen „angegriffen“, also adaptiert werden. Dieser Beschluss wurde erst durch die gedankliche Trennung von Verzeichnungs- und Aufbewahrungseinheit möglich, die in einem Archiv unserer Größe unvermeidlich ist.

2) Bei der Migration der Verzeichnisse sollte zwar jedenfalls die vorhandene Erschließungsqualität erhalten bleiben, nicht aber eine inhaltliche Verbesserung oder Vertiefung in Angriff genommen werden – so sehr sie in einigen Fällen angebracht wäre. Grund dafür ist die Befürchtung, dass ansonsten das Projekt sich über viele Jahre hinziehen würde und in dieser Zeit nicht produktiv werden, d. h. für die Benützung freigegeben werden könnte. In dieser Diskussion bewährte sich die im OÖLA bereits vorhandene Erfahrung, dass die Migration von analogen auf digitale Medien nicht automatisch die Behebung aller Probleme bedeuten kann und dass schon viel erreicht ist, wenn der Vorgang zügig und verlustfrei gelingt; unrealistische Erwartungen können die besten Projekte ruinieren.

Phase 3

In der Hoffnung, nun mit relativ geringem Aufwand gleich am Anfang ansehnliche Ergebnisse erzielen zu können, sollten – etwa ab Ostern – zuerst die Datenbanken, also strukturierte Verzeichnisse, vereinheitlicht und für den Import vorbereitet werden. Was in der Theorie einfach erschien, erwies sich in der Praxis als neuerliche Herausforderung, da kaum eine Datenbank (Access) so strukturiert war, dass sie ohne Nachbearbeitung für den Import geeignet gewesen wäre. Trotz des oben angeführten Grundsatzbeschlusses war und ist es manchmal schwierig zu entscheiden, welche inhaltlichen Schwächen behoben und welche im Interesse rascher Fortschritte einfach toleriert werden sollten – mit dem Risiko, sie damit zu ‚verewigen‘.

Die begleitende theoretische Diskussion befasste sich auch intensiv mit der ISAD-Verzeichnungsstufe ‚Serie’, unter anderem deshalb, weil dieser Begriff bisher in AUGIAS in völlig anderer Bedeutung Verwendung findet. Einmal erkannt, wurde der Unterschied für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch schriftlich formuliert und abschriftlich der Firma AUGIAS zur Kenntnis gebracht. Zu unserer Freude kam nach einer ersten, etwas reservierten Reaktion die Mitteilung, dass in die neue, kurz vor der Freigabe stehende Version die Serie als Verzeichnungsstufe implementiert werde. Es war dies der spektakulärste Beweis einer für uns überraschenden Flexibilität und Kundenfreundlichkeit der Firma AUGIAS, die sich auch in zeitnahen und kompetenten Anfragebeantwortungen und Hilfestellungen immer wieder äußern. Die Diskussion um Charakteristik und Notwendigkeit von Serien – im Unterschied bzw. in Konkurrenz zu Subbeständen einerseits und Systematikgruppen (AUGIAS) andererseits – war freilich am grünen Tisch nicht abschließend zu entscheiden: Sie läuft derzeit im Rahmen der konkreten Bestandserfassung weiter.

Als im Sommer des Berichtsjahres die Vorarbeiten für das Buch „14 Tage in Oberösterreich. 5. bis 18. Februar 1934“ gefährlich ins Stocken gerieten und alle verfügbaren Ressourcen darauf konzentriert werden mussten, ergab sich dadurch eine zeitweilige Unterbrechung der AUGIAS-Arbeiten. Zusammen mit den Individualurlauben bewirkte dies eine längere Projektpause, die wieder Gelegenheit zur Reflexion und Diskussion von Einzelfragen bot.

Phase 4

Im Spätsommer waren zuerst die Formulare zu bearbeiten, mit denen die Metadaten der Verzeichnungseinheiten erfasst und dargestellt werden. Hier galt es insbesondere, die in bundesdeutscher (Marburger) Terminologie benannten Spalten für unseren Sprachgebrauch umzubenennen und Varianten entsprechend dem Bedarf des OÖLA herzustellen. Im Lauf von Diskussionen auch im kleineren Kreis stellte sich heraus, dass die bisher als quasi naturgegeben akzeptierte Unterscheidung zwischen Handschriften und Akten in der neuen Sichtweise nicht mehr relevant war, sodass für beide Formen ein gemeinsames Formular vorgesehen wurde. Die drei anderen Formulare (Fotos/Plakate, Pläne/Realien und Urkunden) dürften allgemeiner Archivpraxis entsprechen. Die Tatsache, dass die  Unterschiede zwischen den Formularen fast nur in der Benennung der Spalten (Felder) bestehen, während dahinter immer ein und dieselbe Datenbank liegt, macht die Reduzierung auf wenige Formulartypen leichter und das Risiko einer falschen Formularauswahl bei der Bearbeitung gering.

Zur selben Zeit befassten wir uns – von der Praxis genötigt – intensiv mit der Frage nach Original und Kopie. Das OÖLA verfügt über tausende Mikrofilme und große Datenspeicher, die Reproduktionen sowohl eigener als auch fremder Archivalien enthalten; bei den Mikrofilmen ist wieder zwischen Sicherungs- und Ersatzkopien zu unterscheiden. Erste grundlegende Einsicht war, dass (nur in diesem Zusammenhang!) die Frage nach Original und Kopie nicht mehr die frühere Relevanz hat, sondern dass das entscheidende Begriffspaar jetzt Dokument (Archivalie) und Repräsentation lautet.

Es war eines der vielen „Aha-Erlebnisse“: Aus der trivialen Einsicht, dass es für die Erschließung egal ist, ob der Inhalt eines Dokumentes vom Papier oder vom Bildschirm gelesen wird, ergeben sich weitreichende Konsequenzen im AIS. Bei der Inbetriebnahme der Version 9.0 von AUGIAS zeigte sich allerdings schnell, dass die Erwartungen an die Repräsentationenverwaltung nicht erfüllt wurden. Die weitere Entwicklung in diesem Bereich wird erst im 2. Akt des AUGIAS-Projektes abzusehen sein.

Als unüberwindliches Hindernis für die – an sich wünschenswerte und technisch mögliche – Bereitstellung von Digitalisaten in bzw. durch AUGIAS muss leider die strikte, physische Trennung bestehen bleiben zwischen dem Netzwerk des Amtes der Oö. Landesregierung, in dem u. a. auch AUGIAS läuft, und dem lokalen Netzwerk des OÖLA, in dem die Massendaten gespeichert sind.

Noch während dieser Vorarbeiten war im Herbst des Berichtsjahres die Zeit reif für den Beginn des Echtbetriebes, die „Spieldaten“ wurden gelöscht. Es ist seither allen Bearbeiterinnen und Bearbeitern freigestellt, welche Bestände sie bearbeiten und auf welche Weise sie die Detailerfassung durchführen. Grundsätzlich stehen drei Methoden zur Verfügung:
a) Die Überarbeitung und Anpassung vorhandener Access-Dateien. Vorteil dabei ist die Möglichkeit automationsunterstützter Änderungen, was insbesondere bei einer regelbasierten Zerlegung oder Zusammenfassung vorhandener Datenspalten („Felder“) hilfreich ist, allerdings meist nur von erfahrenen Expertinnen und Experten durchgeführt werden kann. Nachteilig ist, dass die meisten dieser Dateien tausende Datensätze umfassen, was selbst einfache Kontrollen und jede Nachbearbeitung sehr zeitaufwändig macht.

b) Die Befüllung vorgegebener Excel-Tabellen, die sich besonders bei der Übertragung teilstrukturierter Word-Verzeichnisse anbietet. Die einfache Vervielfältigung gleicher Einträge, die für den Import in AUGIAS oft erforderlich ist, macht in Excel wenig Mühe. Nachteilig wirkt sich aus, dass Excel bisher im OÖLA wenig benutzt wurde und für unerfahrene Benutzerinnen und Benutzer manche Fallen bereithält, die viel Ärger und Korrekturaufwand verursachen können.

c) Die „Eingabe“ direkt in die Formulare von AUGIAS, die sich vor allem für kleinere oder schlecht erschlossene Bestände anbietet.

Derzeit arbeiten wir an der Festlegung von Workflows, um Überschneidungen bei der Verzeichnungsarbeit zu vermeiden und das notwendige Minimum an Qualitätssicherung zu garantieren. Paradoxerweise greifen wir dabei bei der Dokumentation einzelner Arbeitsschritte wieder auf Papierformulare zurück: Das traditionelle Medium hat noch lange nicht ausgedient! Die Bereiche Qualitätskontrolle, technische Unterstützung, Verständnis für spezielle AUGIAS-Funktionalitäten, aber auch Grundfragen der Verzeichnung wie die Normalisierung von Personen und Orten, Dezimalklassifikation und Thesauri und besonders die Repräsentationenverwaltung bieten noch reichlich Diskussionsstoff oder sind gänzlich ungelöst. Die Module Magazin- und Benutzungsverwaltung sind noch nicht in Betrieb, die Bereitstellung im Internet („Findbuch“?) ist noch ebenso offen wie die damit zusammenhängenden Bestellmodalitäten und weitere interne Abläufe.

Es bleibt also noch genug zu tun für den zweiten Akt des Projektes AUGIAS.

 

Das Projekt „Februarbuch“

(Gerhart Marckhgott)

Am Beginn des Großprojektes „Oberösterreich 1918 – 1938“ hatten wir festgelegt, den Beitrag des Landesarchivs nicht auf die Organisation und Abwicklung zu beschränken, sondern auch inhaltliche, den spezifischen Möglichkeiten eines Archivs entsprechende Vorhaben zu verwirklichen. Das bei weitem wichtigste Archivprojekt in diesem Zusammenhang war die semantische Erschließung der Regierungs- und Landtagsprotokolle 1918 – 1938, über die bereits berichtet wurde. Weniger rasch gelang die Konzeption eines Projektes zum Februar 1934.

Verschiedene Ansätze zur Sammlung und Aufbereitung von Quellen erwiesen sich als wenig erfolgversprechend. So zeigte etwa eine Analyse des Bestandes an einschlägigen Strafakten, dass zwar offenbar bisher nur ein kleiner Teil davon ausgewertet und in der Literatur verarbeitet wurde, dass aber eine aufwändige Verbreiterung dieser Quellenbasis nicht zu neuen Erkenntnissen führen würde. Die von manchen Seiten verlangte neuerliche Suche und Befragung von Zeitzeugen schätzten wir ebenfalls als wenig nützlich ein: Interviews zu führen, um von damaligen Schulkindern zu erfahren, dass im Februar 1934 geschossen wurde und Soldaten auf den Straßen von Linz waren, hielten wir für eine Verschwendung von Forschungsmitteln. Auch die Suche nach eventuell neuen bildlichen Quellen zum Thema wurde zum Fehlschlag. Zwar sind vereinzelt noch unveröffentlichte, einigermaßen aussagekräftige Fotografien zu finden, doch werden diese überwiegend von den Findern selbst bearbeitet und veröffentlicht, sodass für eine eigene Publikation des Landesarchivs viel zu wenig neues Material zur Verfügung gestanden wäre.

Inzwischen, im Herbst 2012, hatten wir aus pragmatischen Gründen die „blaue“ Publikationsreihe des Projektes konzipiert und zeitlich parallel war die Digitalisierung der Gendarmeriechroniken gut angelaufen. In dieser Situation entstand die Idee, drei Faktoren in einem Projekt zu bündeln: 1) das Anliegen, die nichtwissenschaftliche Öffentlichkeit zu erreichen, 2) die Erschließung einer völlig neuen Quellenserie publik zu machen und 3) den absehbaren Wunsch der Politik nach einer Würdigung des 80. Jahrestages des Bürgerkrieges vorwegzunehmen. Dies alles wollten wir in Form  einer ganz auf diese Ziele zugeschnittenen Publikation unter dem Titel „14 Tage in Oberösterreich. 5. – 18. Februar 1934“ erreichen, wobei nicht die bekannten Februarereignisse und deren Brennpunkte, sondern „Alltagssplitter“ aus dem ganzen Land im Mittelpunkt stehen sollten. Im Frühjahr 2013 billigte Landeshauptmann Dr. Pühringer das Vorhaben und legte einen großen Verteilerkreis (Schulen, Bibliotheken, Politiker) und den günstigen Verkaufspreis fest.

Einmal mehr erwies sich die Umsetzung des an sich einfachen Konzeptes als wesentlich aufwändiger als gedacht. Schon die scheinbar einfache Frage, welche Gendarmerieposten im Februar 1934 wo bestanden, war keineswegs aus einer Standardquelle wie dem Amtskalender zu beantworten. Ähnlich verhielt es sich mit den anderen Grunddaten (Telefonanschlüsse, Wahlergebnisse, Honoratioren), die zu erheben waren. Noch schwieriger war die Suche nach den Presseartikeln und Fotos. Unsere Meinung, dass in der kleinräumigen Berichterstattung der Zwischenkriegszeit doch sicher jeder größere Ort oft genug Erwähnung gefunden habe, erwies sich als genauso unrichtig wie die Überzeugung, dass von fast allen Orten in unseren Sammlungen ein geeignetes Foto zu finden sein werde. Die Zusammenarbeit mit der Firma Modern Times Media bewährte sich einmal mehr bei der Umsetzung unserer Ideen für das Layout, sodass noch zu Sommerbeginn 2013 alles im Plan zu liegen schien.

Unterschätzt hatten wir dabei aber den Aufwand für die Transkription und die Aufbereitung der Quellenausschnitte. Während der Urlaubssaison war es nur durch die zeitweilige Unterbrechung des Projektes AUGIAS und die Mobilisierung aller Kurrent-Kundigen möglich, die umfangreichen Texte abzuschreiben und für die Layoutierung aufzubereiten; die lange Liste der beteiligten Kolleginnen und Kollegen im Vorwort zum Buch spricht für sich. Auch die Hoffnung, den vom Stifterhaus zur Verfügung gestellten Roman einfach einscannen zu können, scheiterte an der Frakturschrift. In der Folge musste er Zeile für Zeile abgeschrieben werden, was teilweise sogar zur Urlaubsbeschäftigung wurde.

Immerhin – der vereinbarte Abgabetermin wurde eingehalten und nach langen Korrekturstunden am Echtsystem im Wiener Büro von MTM wurde nach den Weihnachtsfeiertagen der Band ohne weitere Probleme produziert. Der Erfolg der Präsentation im Landhaus am 11. Februar 2014 mit Landeshauptmann Pühringer, LH-Stellvertreter Entholzer und Altlandeshauptmann Ratzenböck sowie bisherige Reaktionen und Verkaufszahlen scheinen nun doch den großen Aufwand zu rechtfertigen. Allerdings bleibt auch die Lehre aus dem Projekt, dass Eigenproduktionen bzw. Eigenpublikationen beim derzeitigen Personalstand und Aufgabenvolumen nur mehr zu Lasten der Kernaufgaben zu bewältigen sind.

 

Digitalisierung der Herrschaftsprotokolle

(Josef Weichenberger)

Im Herbst 2013 konnte die Digitalisierung der LGA-Herrschaftsprotokolle abgeschlossen werden. Dieser Bestand umfasst 12.530 Handschriften, ein Großteil davon ist nun im Internet auf der Homepage familysearch.org für alle Haus- und Familienforscherinnen und -forscher kostenlos verfügbar. Als Folgeprojekt wurde anschließend mit der Digitalisierung der weiteren Herrschaftsprotokolle begonnen, die sich in den Herrschafts-, Stifts-, Stadt- und Marktarchiven befinden.

 

Vom Leben mit dem Krieg. Oberösterreich im Ersten Weltkrieg

(Peter März)

Die Ausstellung „Vom Leben mit dem Krieg. Oberösterreich im Ersten Weltkrieg“ im Schlossmuseum Linz (21. Jänner bis 16. November 2014) setzt sich in erster Linie mit der Situation der Bevölkerung im und mit dem Krieg auseinander und basiert auf einer Kooperation zwischen dem Oberösterreichischen Landesarchiv und dem Oberösterreichischen Landesmuseum.

Zentrale Fragen bei der Entwicklung des Konzepts ab Juni 2012 durch das Landesarchiv und den Kurator der Ausstellung waren dabei unter anderem: Was ist in Oberösterreich in den Jahren 1914 bis 1918 passiert, welche Auswirkungen hatte der Erste Weltkrieg auf ein so weit abseits der Frontlinien liegendes Kronland? Wie ging die Bevölkerung mit dem Krieg und dem Kriegsverlauf um? Wie wirkte die Propaganda, welche Rückkoppelungseffekte gab es?

Ausgehend von diesem Fragenkatalog bestand der nächste Schritt in der Suche nach den Exponaten. Hier wurde rasch klar, dass, vor allem auf Grund der Fülle an zu verarbeitenden und anzubietenden Informationen, Flachware (Fotos, Plakate, Postkarten…) am besten geeignet sein würde, um die relativ kleine Ausstellungsfläche (500 ) zu befüllen. Hier boten sich die umfangreichen Bestände des Landesarchivs zu intensiven Recherchen an. Aus der Flugschriftensammlung wie auch aus der Realiensammlung flossen einige Broschüren und Hefte über die zeitgenössische Sicht auf den Krieg sowie Kinoprogramme und Programmhefte mit ein. Die Plakatsammlung führt vor Augen, welche Anstrengungen unternommen wurden, um etwa die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln zu sichern oder den Krieg mit Hilfe von Metallsammlungen („Gold gab ich für Eisen“) und Kriegsanleihen zu finanzieren. Eine besondere Stellung nimmt aber die Kriegssammlung Erster Weltkrieg ein. Diesen nur unzulänglich geordneten Sonderbestand mit einem Umfang von 139 Schachteln, 40 Handschriften und zehn Mappen ließ die oö. Statthalterei anlegen, als man davon ausgehen konnte, dass der Krieg länger andauern würde. Hier nahm man alle Aktenstücke mit Kriegsbezug auf. So finden sich hier etwa zahlreiche Dokumente und Lagepläne zu den vielen Kriegsgefangenenlagern, die ab Herbst 1914 in ganz Oberösterreich errichtet wurden. In der Fotosammlung finden sich hunderte, zum Teil hochinteressante Aufnahmen, viele davon fanden Eingang in die Ausstellung. Der vom Landesarchiv initiierte Aufruf an die Bevölkerung, Fotos aus den Jahren 1914 bis 1938 zur Verfügung zu stellen, hatte ebenfalls einen positiven Effekt auf die Ausstellung.

Nicht zuletzt dank der großzügigen Unterstützung bei der Digitalisierung der angeforderten Objekte durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesarchivs konnte die Objektliste sehr rasch und ohne Verzögerungen ständig erweitert werden.

 

Außendepot Lambach

(Willibald Mayrhofer, Christoph Stöttinger)

Im Jahre 2013 wurde ein Mietvertrag für das Außendepot Lambach mit dem Benediktinerstift Lambach abgeschlossen. Mit Hilfe der Abteilung GBM wurden gebrauchte Metallstellagen der Firma Forster, die im Oberösterreichischen Landesarchiv keine Verwendung mehr fanden, in den angemieteten Räumen aufgestellt. Um die angemietete Stellfläche optimal auszunutzen, wurden die Metallstellagen von der Firma Forster noch komplettiert bzw. erweitert. Das Oberösterreichische Landesarchiv lagerte bereits Teile von Beständen der Salinenarchive Ebensee, Hallstatt und Ischl aus. Mit Dr. Christoph Stöttinger wurde ein freier Dienstvertrag betreffend Betreuung des Außendepots Lambach abgeschlossen. Er begann bereits mit der Verzeichnisvertiefung der ausgelagerten Bestände. In weiterer Folge werden 2014 die bereits digitalisierten neuen Grundbücher von aufgelassenen Gerichtsbezirken ausgelagert.

 

Bergbauarchiv Ampflwang

(Hannes Koch)

In der Dependance des OÖLA, dem Bergbauarchiv Ampflwang, werden Interessenten seit Juni 2013 durch Mag. Hannes Koch kontinuierlich betreut. Aufgrund dieser Tatsache stieg die Zahl der Anfragen und Besuche an. Trotz begrenzter zeitlicher Möglichkeiten wurde das Angebot zur Recherche im Bergbauarchiv Ampflwang rege wahrgenommen.

Einen Großteil der Anfragen stellen interessierte Regional- und Heimatforscher. Auch Unternehmen nutzen die Einsicht in Archivalien, z. B. zur Erstellung von Energieausweisen für ehemalige WTK-Gebäude oder zur Beurteilung von geologischen Risiken im Hausruck durch Einsicht in Bohrprotokolle. Wasserrechtliche sowie Bergschadens-Angele¬genheiten sind ebenfalls häufiger Gegenstand von Nachforschungen. Seit 2013 werden durch Geologen für einige Hausruck-Gemeinden die vorhandenen Grubenkarten zur Einschätzung geogener Baugrundrisiken eingesehen. Diese Informationen werden im Rahmen des Projektes „Geogenes Baugrundrisiko“ in Hinweiskarten eingearbeitet.

2013 sind mehrere private Archivalien übergeben worden. Erwähnenswert ist die Übergabe von zwei großen Umzugskartons mit Unterlagen und Filmen zur WTK durch Dr. Karl Starke, den ehemaligen Obmann des „Vereins Bergbaumuseum Kohlerevier Hausruck“ und Autor mehrerer Fachbücher zur Bergbaugeschichte im Hausruck. Die Übergabe der Bergbausammlung Johann Steinbichlers, des 2013 verstorbenen Obmanns des Bergknappenvereins Ampflwang, wurde mit den Erben für 2014 vereinbart.

 

SS-Angehörige in Oberösterreich

(Cornelia Sulzbacher)

Dr. Hans Schafranek erhob im Auftrag des Oö. Landesarchivs biografische Daten (u. a. Beruf, Decknamen, Beitrittsdaten, Mitgliedsnummern) zu 262 Oberösterreichern, die der SS angehörten, großteils der SS-Standarte 37.
Zu folgenden zwölf SS-Offizieren erstellte er zusätzlich auf Grundlage von Unterlagen des Bundesarchivs Berlin, des Österreichischen Staatsarchivs und des Oö. Landesarchivs Kurzbiografien: Andreas Bolek, Karl Eberhardt, Alois Eckmayr, Ludwig Ehrenleitner, Hans Eisenkolb, Hanns von Feil, Anton Fellner, Oskar Hinterleitner, Franz Xaver Peterseil, Josef Plakolm, Ferdinand von Sammern-Frankenegg und Heinrich Weithner Edler von Weitenturn. Maßgeblich für diese Personenauswahl war nicht der Geburtsort, sondern eine längerfristige illegale Betätigung in Oberösterreich. Die Biografien sind über die Biografische Datenbank auf der Website des Oö. Landesarchivs abrufbar.

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Bestandsübernahmen

Firmenarchiv Eisenhandlung Eysn

(Josef Weichenberger)

Im November 2013 übergab Frau Antonia Zimmermann aus Freistadt zwei Kisten mit Geschäftsunterlagen der Eisenhandlung Eysn. Diese unterhielt ab 1825 in Mauthausen und Freistadt Handelshäuser. Sie lieferte Waren per Schiff und Bahn in den gesamten Raum der k. u. k. Monarchie. Die Geschichte dieses Unternehmens wurde von Frau Antonia Zimmermann in der Broschüre „Geschichte Eysnhaus Mauthausen“ aufgearbeitet. Der Bestand umfasst Geschäftsunterlagen ab der ersten Hälfte des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Besonders hervorzuheben sind hierbei ein Produktverzeichnis mit Abbildungen der Musterwerkzeuge der einzelnen Schmieden (Hacken, Kraut-, Scher- und Reifmesser, Löffel, Schafscheren, Pfannen, Ahlen, Feilen, Bohrer, Strigl, Sagblätter, Zirkel, Scheren, Zeug, Spalier-Hackel und Sensen) von 1848 und ein Speditionsbuch der Jahre 1864-1869, aus dem hervorgeht, dass Waren an Händler in Polen, Ungarn, Kroatien, Böhmen, Mähren, Slowenien, Schlesien, Deutschland und Russland versandt wurden. Ergänzend enthält der Bestand auch Unterlagen zur Familienforschung Eys(e)n.

 

Polizeidirektion Linz / Vereinsakten

(Peter Zauner, Engelbert Lasinger)

Dieser Bestand enthält die Vereinsakten jener Vereine des Stadtgebietes Linz, die zwischen 1998 und 2002 aufgelöst worden sind. Diese Vereinsakten wurden von der damaligen Polizeidirektion Linz geführt. Die Landespolizeidirektion Oberösterreich / Sicherheits- und verwaltungspolizeiliche Abteilung / Referat Sicherheitsverwaltung hat diesen Bestand dem Oö. Landesarchiv im Juni 2013 übergeben.

Engelbert Lasinger hat die Vereinsakten im Sommer 2013 in der vorhandenen Ordnung eingeschachtelt. Die Akten sind aufsteigend nach den Jahren der Auflösung der Vereine geordnet, innerhalb der einzelnen Jahre erfolgt die Gliederung alphabetisch nach den Vereinsnamen. Der Bestand umfasst 14 Schachteln und ist durch eine Excel-Liste erschlossen.

Diese Vereinsakten sind für die allgemeine Benützung gesperrt.

 

Verzeichnung

Nachlass Franz Huber

(Josef Weichenberger)

Der im September 2012 an das Oö. Landesarchiv übergebene Nachlass von Ing. Franz Huber konnte im Sommer 2013 unter Mithilfe der Ferialpraktikanten Adam Kehrer und Paul Wewalka geordnet und verzeichnet werden. Der Bestand umfasst 39 Schachteln mit Unterlagen zur Familienforschung Huber und österreichischen Hexenprozessen. Ing. Franz Huber war ein leidenschaftlicher Familienforscher, der im Zuge seiner Recherchen herausfand, dass einer seiner Vorfahren bei einem Hexenprozess sein Leben hatte lassen müssen. Das Thema der Hexenprozesse begann ihn zu faszinieren. In weiterer Folge transkribierte er alle Hexenprozess-Kriminalakten, die Personen aus Oberösterreich betrafen und ihm zugänglich waren. Er wertete die Transkriptionen nicht weiter aus, sondern ergänzte sie nur gelegentlich mit familiengeschichtlichen Recherchen zu den beteiligten Personen. Hervorzuheben ist auch eine umfangreiche Materialsammlung zu Goethes Faust. Bei den Unterlagen zu Magie und Aberglaube finden sich u. a. abergläubische Segen (z.B. Feuersegen, Diebssegen, Blutstillsegen, Wurmsegen, Tobiassegen, Jakobssegen), Beschwörung des Schatzgeistes, wahre Länge Jesu und Mariae, Schluckzettel, Corona-Gebet, Zauber- und Bannsprüche, Sator-Formel, Nestlknüpfen, Zaubermittel zum Schatzgraben, Teufelsbilder, Planetenlesen, Geisterbeschwörung, etc..

 

Ergänzung Nachlass Wilhelm Bauer

(Josef Weichenberger)

Ein Teil des Nachlasses des Wiener Universitätsprofessors Dr. Wilhelm Bauer (gestorben 1953 in Linz) kam nach dessen Tod in das Oberösterreichische Landesarchiv, wo er 1964 provisorisch geordnet wurde (11 Schachteln). Eine Neuordnung der Schachteln 8 bis 11 erfolgte 2011 bis 2013 durch HR Dr. Manfred Stoy (Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Universität Wien). Die Verzeichnung der Schachteln 7 bis 10 nahm Josef Weichenberger im Dezember 2013 vor.

 

Nationalgarde

(Willibald Mayrhofer)

Die politischen Verhältnisse des Jahres 1848 führten zur Bildung von Bürgerwehren, der sogenannten „Nationalgarde“. Ihre Aufgabe bestand in der Wahrung der inneren und äußeren Sicherheit und in der Wiederherstellung der öffentlichen Ruhe und Ordnung. In ihren Rechten sollten diese Verbände der Armee gleichgestellt sein, sie waren aber den zivilen Autoritäten unterstellt. In Linz bildete sich ein Oberkommando der Nationalgarde, das von März 1848 bis 1851 bestand.

Die Akten reichen von dessen Gründung im Frühjahr 1848 bis zur Auflösung im Sommer/Herbst 1851. Das Gesetz, das die Vorschriften der Bürgerwehr definiert, befindet sich in Schachtel 1; weiters haben sich etwa Tagesbefehle aus den Jahren 1848 und 1849 erhalten, wie auch Mitgliederlisten der Nationalgarde im übrigen Oberösterreich, die nach ihren lokalen Organisationseinheiten zusammengefasst sind. Der Bestand wurde im Sommer 2013 von Willibald Mayrhofer neu verzeichnet. Er umfasst 9 Schachteln und eine Rolle.

 

Forstamt Mondsee

(Willibald Mayrhofer)

Zur Übernahme dieses Bestandes siehe Jahresbericht 2012

Da sich der Name der Organisationseinheit von „Waldamt“ 1852 in „Forstamt“ und um 1870 in „Forstverwaltung“ gewandelt hatte, wurde als Bestandsname Forstamt gewählt.

Organisatorisch wurden 1720 die acht Waldämter Aussee, Hallstatt, Ischl, Gmunden, Attergau (Weißenbach), Mondsee, Zinkenbach (St. Gilgen) und Strobl dem Verwesamt Ebensee unterstellt. Diese Organisationsstruktur blieb bis 1850 bestehen. Die Vermischung mit Akten und Urkunden der Wrede´schen Herrschaft Mondsee kam zustande, da das Salzoberamt in Gmunden im Jahre 1822 durch Ankauf in den Besitz der nicht vorbehaltenen Waldungen der fürstlich Wrede´schen Herrschaft Mondsee samt der dazugehörigen Glasfabrik kam.

Akten des Waldamtes Mondsee von 1687-1832 sind auch im OÖLA-Bestand Salzamt (Verwesamt) Ischl, Schachtel 73-79, und jene des Unter-Waldamtes Zinkenbach von 1820-1832 im OÖLA-Bestand Salzamt (Verwesamt) Ischl, Schachtel 80-81, vorhanden.

Dieser Archivbestand beinhaltet Aufzeichnungen von 1759 bis 1963 und umfasst insgesamt 11 Archivschachteln und eine Handschrift. Er wurde von Willibald Mayrhofer 2013 geordnet, eingeschachtelt und verzeichnet.

 

Forstverwaltung Mattighofen

(Willibald Mayrhofer)

Zur Übernahme dieses Bestandes siehe Jahresbericht 2012

Der historische Bestand, dessen Archivalien den Zeitraum des 16. bis 19. Jahrhunderts umfassen und auch die Aufzeichnungen der Pfleggerichte Friedburg und Mattighofen sowie der Staatsherrschaft Mattighofen beinhalten, wurde bereits in der Vergangenheit vom Österreichischen Staatsarchiv übernommen. Das Oberösterreichische Landesarchiv besitzt dazu ein Archivverzeichnis aus dem Jahre 1903, verfasst vom Lehrer Max Schlickinger. Der nun in die Bestände des Oö. Landesarchivs übernommene Archivrest beginnt mit Aufzeichnungen der k. k. Familienfonds-Gutsverwaltung Mattighofen im Jahre 1794. Der Güterkomplex wurde 1921 in Kriegsgeschädigtenfonds-Gutsverwaltung Mattighofen umbenannt und bekam somit einen neuen Eigentümer. Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde der Güterkomplex verstaatlicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Übergabe an die Österreichischen Bundesforste. Die Archivalien beinhalten Unterlagen des 18. bis 20. Jahrhunderts. Der Umfang beträgt 3 Archivschachteln. Die Ordnung und Verzeichnung wurde von Willibald Mayrhofer in den Wintermonaten 2012/2013 durchgeführt.

Steueramt Weyer

(Willibald Mayrhofer)

Die Marktgemeinde Weyer an der Enns schenkte am 29.1.2013 dem Oberösterreichischen Landesarchiv (Zl. 370/2013) Handschriften und Akten des ehemaligen Steueramtes Weyer. Nach Auskunft der Marktgemeinde Weyer gelangte dieser Bestand vom Bezirksgericht Weyer in das Marktarchiv. Der Zeitraum dieser Übergabe ist nicht mehr eruierbar. Wahrscheinlich gelangte er schon am Beginn des 20. Jahrhunderts in das Archiv des Marktes Weyer, und daher sind die Verluste eher als klein zu bewerten. Die bestehende Ordnung des Marktarchives Weyer wurde vom Oö. Landesarchiv nicht beibehalten, sondern in Serien neu aufgestellt. Der Bestand gliedert sich in die Serien Handschriften und Akten. Der Handschriftenbestand wurde in vier Gruppen (Fassionsbücher, Klassifikationsextrakte, Subrepartitionsbücher und Besitzstandshauptbücher) und innerhalb dieser nach den Katastralgemeinden gegliedert. Der Aktenbestand ist in Operate von 1819-1830 und von 1838-1879 und hier ebenfalls jeweils nach den Katastralgemeinden aufgeschlüsselt. Ein Variabestand schließt die Aktenserie ab. Erwähnenswert sind hier vor allem die Fremdenprotokolle der Marktgemeinde Weyer von 1853-1892.

Der Bestand beinhaltet Unterlagen der Jahre 1788 - 1879 und umfasst 80 Handschriften und 37 Schachteln. Er wurde von Willibald Mayrhofer mit Hilfe von zwei Ferialpraktikanten im Juli 2013 geordnet.

 

Firmenarchiv Kerzenfabrik Hofer

(Willibald Mayrhofer)

Das Wachszieher- und Lebzeltergewerbe in Weyer (Bezirk Steyr-Land, Oberösterreich) ist seit dem Jahr 1418 nachweisbar. Seit dem Jahr 1823 übt die Familie Hofer in Weyer an der Enns das Lebzelter- und Wachsziehergewerbe aus. Vor allem der am 29. Jänner 2012 verstorbene Seniorchef der Firma Hofer Kerzen-Vertrieb GmbH., Dr. Herbert Hofer, zeichnete sich auch als Sammler, Familien- und Heimatforscher aus und legte dabei den Grundstein für dieses Firmenarchiv.

Im Jahr 2013 beauftragte das Oö. Landesarchiv Mag. Martin Prieschl, MA (Archivtechnik & Systeme, Waidhofen an der Ybbs) mit der Ordnung des Firmenarchivs. Es besteht aus sieben Archivschachteln (Handschriften, Akten und Fotos) aus dem Zeitraum 1669 - 2002 und gibt einen Einblick in die Firmengeschichte des Traditionsbetriebes, aber auch in die Geschichte des Marktes Weyer, denn gerade Rupert Hofer II. (1823 – 1866) gilt als einer der prägenden Kommunalpolitiker und Kirchenfunktionäre des Oberösterreichischen Ennstals des 19. Jahrhunderts – vor allem in der Zeit der Revolution von 1848.
Das Firmenarchiv ist eine Dauerleihgabe des Firmenchefs Ing. Herbert Hofer und wurde im September 2013 (Depositalvertrag Zl. 804/2013, 1294/2013, 2596/2013) an das Oberösterreichische Landesarchiv übergeben.

 

Nachlass DDr. Hans Reichner

(Willibald Mayrhofer)

Im Jahre 1959, ein Jahr nach der Gründung des Vereines zur Erhaltung der Burg Pürnstein, beginnen die Aufzeichnungen über die Instandhaltungsarbeiten der Burganlage von Dr.phil. Dr.med.habil. Hans Reichner aus Kaiserslautern in Deutschland. Diese Aufzeichnungen erhielt aus seinem Nachlass am 24. August 1973 der für die Burgenvermessung in der Landesbaudirektion zuständige Vermessungstechniker Ing. Wilhelm Götting zur Verwahrung. Er verständigte 1977 das Oberösterreichische Landesarchiv davon und dieses wiederum kontaktierte die Erbin (Tochter?) Margot Reichner aus Bammental in Deutschland. Sie veräußerte diese Aufzeichnungen 1977 an das Oberösterreichischen Landesarchiv (Zl. 1897/36-77).

Der Bestand, der nur provisorisch in zwei Aktenschachteln und einer Planrolle verwahrt worden war, ist im September 2013 von Willibald Mayrhofer detailliert verzeichnet worden. Er besteht aus zwei Themenblöcken. Der erste beinhaltet Herrschafts- und Wirtschaftsunterlagen der Burg Pürnstein von 1679 - 1930 und der zweite Unterlagen über die Burgenforschung und Instandsetzungsarbeiten von Pürnstein der Jahre 1959 - 1970. Den Schluss bildet eine Planrolle mit zwei färbigen Plänen vom Mayrhof in Pürnstein, Haus-Nr. 2, aus dem Jahre 1894 sowie zahlreiche Lichtpausen mit verschiedenen Steinmetzzeichen. Nach der Neuverzeichnung wurde der Bestand in 3 Archivschachteln und einer Planrolle untergebracht.

 

Freikorps 1859

(Willibald Mayrhofer)

Im Zuge der österreichischen Feldzüge des Jahres 1859 kam es auch im Land ob der Enns zur Rekrutierung von Freiwilligen. Der kleine Bestand umfasst den Zeitraum 1859 - 1860, besteht lediglich aus einer Aktenschachtel und beinhaltet Rechnungen über empfangene Gelder und Ausgaben für die Ausrüstung, Werbungskosten und ausbezahlte Handgelder. Den Abschluss dieses Bestandes bilden zwei Verzeichnisse mit den Namen der Freiwilligen aus den Kreisen Linz, Wels und Steyr. Er wurde im August 2013 von Willibald Mayrhofer detailliert verzeichnet.

 

Nachlass Rudolf Kitzler

(Josef Goldberger, Monika Ritt)

Der Nachlass wurde zu Lebzeiten von Rudolf Kitzler am 20. August 2009 dem Oberösterreichischen Landesarchiv übergeben. Rudolf Kitzler (4.4.1920 – 16.10.2009) war Unteroffizier in der deutschen Wehrmacht (45. Infanteriedivision, Nachrichtenabteilung 65,  1. Fernsprechkompanie). Im Juni 1944 geriet er in russische Kriegsgefangenschaft. Nach 1945 trat Kitzler in den Gemeindedienst in Dimbach, Hagenberg sowie Wartberg ob der Aist.

Bis zur Vollendung seines 80. Lebensjahres leitete er die Ortsgruppe Wartberg des Schwarzen Kreuzes. Darüber hinaus war er über mehrere Jahrzehnte auch als Zeitungsberichterstatter sehr engagiert.

Der Nachlass enthält Unterlagen und Fotos über Kitzlers Wehrmachtseinheit (u. a. Kompanielisten) sowie über die umfangreichen gedenkpolitischen Aktivitäten nach dem Krieg (Kompanietreffen, Reisen zu Soldatenfriedhöfen).

 

Nachlass Michael Blümelhuber

(Josef Goldberger, Monika Ritt)

Das Oberösterreichische Landesarchiv erwarb den Nachlass Blümelhuber am 5.12.2008 von Medizinalrat Dr. Herbert Wolkersdorfer. Michael Blümelhuber (1865 – 1936) war ein bedeutender Stahlschnittkünstler mit Meisteratelier in Steyr. Seine Arbeiten wurden auf der Weltausstellung in Paris 1900 international beachtet.

Der Bestand enthält Zeitungsausschnitte, persönliche Briefe und Fotos.

 

Österreichische Kraftwerke Aktiengesellschaft

(Norbert Kriechbaum, Monika Ritt)

Im September 2011 hat Frau Dr. Susanne Casagranda, Leiterin der Universitätsbibliothek Linz, das Landesarchiv darüber informiert, dass in der Bibliothek Schriftgut der Österreichischen Kraftwerke AG vorhanden ist und dem Oö. Landesarchiv dieses zur Übernahme angeboten, welche am 8.9.2011 erfolgte.

Die Ordnung und Verzeichnung des übernommenen Materials im Landesarchiv wurde im Sommer 2013 durch Monika Ritt vorgenommen.

Der Bestand umfasst 7 Schachteln und enthält diverse Unterlagen zu Kraftwerksbauten, Behördenverfahren, Verträgen, technischen Gutachten, wirtschaftlichen Angelegenheiten etc.  aus dem Zeitraum 1901 - 1966, primär aber aus den Jahren 1920 - 1944.

 

Vereinigte Linzer Wohnungsgenossenschaften

(Norbert Kriechbaum, Monika Ritt)

Der Bestand im Umfang einer Schachtel wurde im März 2011 vom Konsulenten Gottfried Kinz dem Oö. Landesarchiv übergeben und im Sommer 2013 von Monika Ritt geordnet und verzeichnet.

Die Gründung der Vereinigten Linzer Wohnungsgenossenschaften erfolgte 1941 durch die Funktionäre der vier ältesten Linzer Wohn- und Siedlungsgenossenschaften Baureform, Wohnstätte, Familie und Wohungsfürsorge.

In dem Bestand finden sich Unterlagen aus den Jahren 1938 - 1957 u. a. zu folgenden Themen: Fensterfahnen, Hausordnung, Hausbesorgung, Hausverwaltung, Gauwohnkommissar, Bauwirtschaftsstelle, Rundschreiben an Mieter, Bauplanungen (Pläne).

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MITTEILUNGEN DES OÖ. LANDESARCHIVS, BAND 23

Schwerpunkt Kunst- und Kulturgeschichte

1950 wurde die Buchreihe „Mitteilungen des Oberösterreichischen Landesarchivs“ ins Leben gerufen. Seit damals  erscheinen in unregelmäßigen Abständen immer wieder neue Bände mit interessanten wissenschaftlichen Beiträgen zur Geschichte unseres Landes. Der 2013 erschienene neueste Band bietet auf 306 Seiten eine breite Themenpalette zur oö. Kunst- und Kulturgeschichte im 20. Jahrhundert. Die Themen reichen dabei von der Vereinnahmung des Brauchtums und der Kunst durch die Nazis, über Heimatforschung und Heimatdichtung bis zur Erinnerungskultur für die Opfer des Nationalsozialismus.

 

Die Beiträge:

306 Seiten,
ISBN 978-3-902801-12-8
Preis 24 Euro

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Drittes Symposion „Oberösterreich 1918-1938“

(Cornelia Sulzbacher)

Das dritte Symposion zum Forschungsprojekt „Oberösterreich 1918-1938“ fand im Bildungshaus St. Magdalena am 11. Februar 2013 statt. Thematisch gliederte sich die Veranstaltung in zwei Blöcke: die Vorstellung neuer Themen (u. a. Marie Beutlmayr, Vaterländische Front, Mauthausen) und Kurzreferate zu bereits fertig gestellten Beiträgen (u. a. Pfrimerputsch, Revolutionäre Arbeiterwehr). Dr. Marckhgott präsentierte zudem die neue Recherche-Applikation „via“1 des Oö. Landesarchivs. Am Abend diskutierten unter der Leitung von Univ.Prof. Dr. Marcus Gräser Dr. Elisabeth Mayr-Kern, Univ.Ass. Mag. Matthäus Metzler LL.M., Dr. Walter Schuster und Mag. Florian Wenninger zum Thema „Wer ist Heinrich Gleißner?“.

 

Heimat Region Kultur

(Cornelia Sulzbacher)

Unter diesem Titel fand am 8. Mai 2013 eine Tagung im Rahmen des Forschungsprojektes „BAS Net“ im Oö. Landesarchiv statt. Im Mittelpunkt standen Referate zu Aspekten der Heimatforschung in Bayern, Salzburg und dem Innviertel. Markus Bürscher vom Archiv der Erzdiözese Salzburg stellte zudem eine Datenbank zu Salzburger Amtsträgern vor, die im Rahmen von „BAS Net“2 erstellt wird. Dr. Wurster vom Diözesanarchiv Passau ging auf das Kapellarchiv Altötting ein, auf dem der Schwerpunkt des bayerischen Teiles des Forschungsprojektes liegt.

 

Rechtssicherheit in der Benutzung von Archiven

(Martin Stürzlinger)

Am 11. Juni 2013 fand im Landesarchiv eine Tagung zum Thema Rechtssicherheit in der Benutzung von Archiven statt. An dieser Veranstaltung, organisiert und durchgeführt von Archiversum, einem Anbieter für Beratung im Archiv und Records Management, nahmen 33 Personen teil. Fünf Experten hielten sehr informative Referate zu den Schwerpunkten Recht und archivische Praxis, Archivrecht, Datenschutz, Urheberrecht und rechtliche Rahmenbedingungen im Open Government Data. Die Teilnehmer machten ausgiebig Gebrauch von der Möglichkeit, zahlreiche Fragen an die Vortragenden zu stellen und von ihren Problemen aus der täglichen Archivarbeit zu berichten. Nähere Informationen, wie z. B. die Vorträge, sind auf der Homepage von Archiversum unter http://archiversum.com/events-2013/rechtssicherheit abrufbar.

 

1 siehe Jahresbericht 2012

2 BAS Net ist Teil des EU Programmes „gemeinsam grenzenlos gestalten INTERREG Bayern – Österreich 2007-2013“,finanziert durch „EFRE – Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung“ (siehe Jahresbericht 2012)

Icon - Sprung zum Seitenanfang Vorträge und Diverses

Vortrag:

Josef Weichenberger: „Was blieb: 'nur' ein Archiv (Montangeschichtliche Tagung in Ampflwang 24.5.2013)

Diverses:

Neue Sperrfristen bei den Matriken

(Josef Weichenberger)

Seit 1. November 2013 gilt das Personenstandsgesetz (BGBl. I Nr. 16/2013), das neue Sperrfristen für Eintragungen in Personenstandsbüchern regelt: 100 Jahre seit Eintragung der Geburt (sofern die Eintragung nicht eine lebende Person betrifft), 75 Jahre seit Eintragung der Eheschließung (sofern die Eintragung nicht eine lebende Person betrifft) und 30 Jahre seit Eintragung des Todes. Die im Lesesaal verfügbaren digitalen Matriken-Duplikate wurden an diese Schutzfristen angepasst. Dies verbessert die Recherchemöglichkeiten der Familienforscherinnen und -forscher.

Icon - Sprung zum Seitenanfang Personalia und Statistik

Im Berichtsjahr 2013 feierten folgende Bedienstete Dienstjubiläen:
RegR. Willibald Mayrhofer und Herbert Pichler: 40 Dienstjahre
Regina Chiappani und Rudolpha Zeman: 35 Dienstjahre
Brigitte Killinger, Theresia Lasinger und Volker Öller: 25 Dienstjahre

 

Versetzungen zum Oö. Landesarchiv im Berichtsjahr 2013:

Monika Ritt 8.1.2013
David Enzenhofer 1.9.2013
Barbara Vlach 3.6.2013
Snjezana Vostic 11.7.2013

Daniel Gschwandtner schied am 31.3.2013 aus dem Landesdienst aus.

 

 

Statistik (inkl. Webzugriffe)

Schließzeit wegen Umbauarbeiten: 25.3.2013 bis 20.5.2013

Lesesaal:

Zahl der BenützerInnen 679
(Gesamt-)Zahl der TagesbesucherInnen 3.093
bestellte Archivalien 4.945
bestellte Archivalien + Mikrofilme 5.796
Benutzungsentgelte 4.145 Euro
Bearbeitungsentgelte 4.247 Euro
Veranstaltungsentgelte 2.460 Euro
   
TeilnehmerInnen an Seminaren, Führungen und sonstigen Veranstaltungen 175 

Homepage des Oö. Landesarchivs1 Besuche: 19.516
  Zugriffe: 27.678

Präsentationen im Internet (mit Kooperationspartnern)  
Urkunden2 Besuche: 458
  Zugriffe: 6.719
Pfarrmatriken3 Zugriffe: 156.770
Tages- und Wochenzeitungen4 Besuche: 23.125
  Zugriffe: 627.702
Urmappe des Franziszeischen Katasters5 Zugriffe: 922.986
OÖ. Kulturatlas6 Zugriffe: 367.072

Veranstaltungen (TeilnehmerInnen)
Kurse zur Familienforschung7 245
Kurs zur Hausforschung für AnfängerInnen im November8 10
Kurrentlesekurs für AnfängerInnen im März und November9 20

 

    www.ooe-landesarchiv.at, www.landesarchiv-ooe.at
2
     www.monasterium.net
3     www.matricula-online.eu
4     www.anno.onb.ac.at
5     www.doris.ooe.gv.at
6     www.doris.ooe.gv.at – Fachinformation − Kunst und Kultur
7     Josef Weichenberger in Kooperation mit VHS und WIFI
8     Willibald Mayrhofer unter Assistenz von Josef Weichenberger
9      Willibald Mayrhofer unter Assistenz von Josef Weichenberger


 

2004-2013

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1997-2003

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1896-1996

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