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Überbrückung von Quellenlücken

Sind die Nachforschungen zu einem bestimmten Thema scheinbar an einem toten Punkt angelangt, wenn also alle bisher eingesehenen Quellen versagen, so gibt es - die Bereitschaft zu entsprechender, oft sehr aufwändiger Sucharbeit ohne jede Erfolgsgarantie vorausgesetzt - oft doch noch die eine oder andere Möglichkeit, weitere Informationen zu finden:

| Andere Quellen | Andere Pfarren | Andere Güter oder Nebenbesitzungen | Zunftprotokolle | Steuerfassionen oder Steuerkataster | Suchanzeigen |

Icon - Sprung zum Seitenanfang Andere Quellen

Der einfachste Weg für Familienforscher zur Überbrückung fehlender Pfarrmatriken ist oft, auf Protokollbücher der betreffenden Herrschaft "umzusteigen". Ist in den Trauungsmatriken die Herkunft der Brautleute nicht genannt, so führen eventuell noch vorhandene Eheakten oder Verkündbücher weiter; dort wurden die beabsichtigten Eheschließungen von Pfarrangehörigen eingetragen, auch wenn diese in einer anderen Pfarre heirateten. Wenn man nicht weiß, in welcher Pfarre ein Vorfahre verstorben ist, so hat man ab dem Jahre 1850 die Möglichkeit, in den Abhandlungs- oder Verlassenschaftsaufnahmen (= A-Akten) der zuständigen Bezirks- und Landesgerichte nachzusehen. Sollte kein Liegenschaftsbesitz oder nur geringes Vermögen vorhanden gewesen sein, ist zumindest eine Todfallsaufnahme durchgeführt worden. Die meisten Bestände der A-Akten von 1850 bis ca. 1900 der Bezirks- und Landesgerichte befinden sich teilweise mit Nachschlagebehelfen im Oberösterreichischen Landesarchiv.

Icon - Sprung zum Seitenanfang Andere Pfarren

Lücken in den Matriken sind manchmal durch Eintragungen in Nachbarpfarren zu überbrücken, allenfalls auch in Pfarren der Orte, aus welchen die Taufpaten oder die Trauzeugen stammen.

Icon - Sprung zum Seitenanfang Andere Güter oder Nebenbesitzungen

Der Verlust von Aufzeichnungen über ein Gut lässt sich manchmal ausgleichen durch das Verfolgen eines Nebenbesitzes (sogenannte Überländgründe) oder eines Zehents dieses Gutes, der zu einer anderen Herrschaft gehörte. Erste Informationsstelle dazu sind die Rustikalfassionen des Theresianischen Gültbuches.

Icon - Sprung zum Seitenanfang Zunftprotokolle

Falls der Beruf des Gesuchten bekannt ist, könnte sich in Zunftprotokollen oder Handwerksarchivalien Material finden.

Icon - Sprung zum Seitenanfang Steuerfassionen oder Steuerkataster

Es bleibt auch noch die Möglichkeit, auf die drei großen Bestandsaufnahmen des Haus- und Grundbesitzes in Oberösterreich zurückzugreifen, den Franziszeischen Kataster, das Josephinische Lagebuch und das Theresianische Gültbuch.

Einen Vorfahren, der weder Haus- noch Grundbesitz hatte, also einen sogenannten "Inwohner", wird man jedoch in diesen drei Steuerkatastern nicht finden; einige Ausnahmen gibt es nur beim Theresianischen Gültbuch, das bei einigen Grundherrschaften die Inwohner, auch Inleute oder Unbehauste genannt, separat am Schluss der Rustikalfassionen oder auch - bei kleineren Grundherrschaften - der Dominikalfassionen anführt. Gelegentlich scheinen die Inleute auch bei den Urbaren der jeweiligen Grundherrschaft als letzte Gruppe auf. Hat aber die gesuchte Person noch dazu den Wohnort und die Pfarre gewechselt, so wird die Herkunft wahrscheinlich nicht zu eruieren sein. In den Pflegschaftsrechnungen z. B. der Herrschaft Waxenberg gibt es eigene Inleut-Verzeichnisse, wo auch der Wegzug vermerkt ist; in manchen Herrschaftsprotokollen scheinen die Abschiede der Inleute unter den anderen Protokollsaufzeichungen auf, da sie beim "Abschied" eine Zahlung zu leisten hatten.

Icon - Sprung zum Seitenanfang Suchanzeigen

Schließlich kann man auch Näheres über die gesuchte Person erfahren, indem man deren Namen mit den bisher festgestellten Daten unter dem Titel "Suchanzeige" an eine Fachzeitschrift für Familienforschung einsendet, die diese Anzeige gegen Bezahlung veröffentlicht. Solche Zeitschriften sind:

Diese Zeitschriften bringen auch Adressen von hauptberuflichen Familienforschern. Sehr viel einfacher ist allerdings die Suchmöglichkeit mit dem Internet. Eine gute Einstiegshilfe bei der Suche nach hauptberuflichen Familienforschern bieten auch die folgenden Internetseiten an: www.genealogy.net, www.genealogienetz.de (Stand Februar 2011).

Für Österreich hat der Berufsahnenforscher Ing. Felix Gundacker mit einem Genealogenteam drei Millionen Datensätze online für die Forscher zur Verfügung gestellt (Homepage: www.genteam.at - Stand Februar 2011), www.ihff.at - Stand Februar 2011). Hier finden sich z. B. u. a.:

Der Verein Familia Austria - Österreichische Gesellschaft für Genealogie und Geschichte listet auf seiner Homepage (www.familia-austria.at - Stand Februar 2011) Informationsquellen und Datenbanken für die Familienforschung auf.

Wichtige bzw. nützliche Adressen für die Internetsuche sind auch in der Publikation von Helmut Ivo, Familienforschen leicht gemacht. Anleitungen. Methoden. Tipps (2004), erwähnt.