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Methoden und Hinweise

| Allgemeine Tipps | Stamm- und Ahnentafel | Materialsammlung | Niederschrift | Zitate und Abbildungen | Schrift | Datumsangaben | Namen- und Schreibweise | Hausnummern und Orte |

Icon - Sprung zum Seitenanfang Allgemeine Tipps

Wer geschichtliche Forschungen betreiben will, sollte sich an einige bewährte Methoden und allgemein anerkannte Regeln halten, deren Nichtbeachtung oft große Mehrarbeit oder spätere Enttäuschungen verursacht. Hier einige Hinweise:

Icon - Sprung zum Seitenanfang Stamm- und Ahnentafel

Um bei familiengeschichtlichen Forschungen den Überblick zu bewahren, ist das Anlegen einer Stammtafel zu empfehlen. Die Vorfahren werden auf einer Ahnentafel erfasst, die auch in Karteiform geführt werden kann. Dabei hat sich ein Zählsystem bewährt und allgemein durchgesetzt, bei dem der Proband (Ausgangsperson) die Nummer 1 erhält, dessen Vater die Nummer 2, die Mutter die Nummer 3, die Großeltern erhalten die Nummern 4 und 5 sowie 6 und 7 etc. Dadurch erhält der Vater immer die doppelt so große Ordnungszahl wie der Nachkomme, die Mutter die doppelt so große Ordnungszahl plus 1.

In einer Stammtafel werden die Nachkommen einer Ausgangsperson (Proband) - nach Generationen gegliedert - übersichtlich festgehalten.

Es gibt auch Computerprogramme, die das Sammeln bzw. Verwalten von Daten und das Anlegen von Karteien in elektronischer Form unterstützen. Sie finden im Internet verschiedene Angebote, von denen manche sogar kostenlos zum Herunterladen zur Verfügung gestellt werden. Einen Überblick über deutschsprachige genealogische Programme finden Sie auf der Internetseite www.genealogienetz.de/misc/software/programme/index.html (Stand Februar 2011). Auch die Homepage der Mormonen bietet ein Ahnenforscherprogramm zum Herunterladen an (www.familysearch.org (Stand Februar 2011).

Beim Kauf eines genealogischen Computerprogramms sollte darauf geachtet werden, dass das GEDCOM-Format unterstützt wird. Dies ist wichtig, um Daten mit anderen Forschern austauschen zu können. GEDCOM wurde von den Mormonen entwickelt und ist die Abkürzung für GEnealogical Data COMmunication. Es kann die Daten verschiedenster Genealogie-Programme lesen und konvertieren.

Im Internet gibt es zahlreiche Adressen für Ahnenforscher. Sie bieten oft wertvolle Informationen und brauchbare Tipps für Quellen und Arbeitsmethoden. Denken Sie aber daran, dass viele dieser "Homepages" ebenso schnell und spurlos wieder verschwinden wie sie auftauchen und sich daher kaum als zitierfähiger Nachweis oder dauerhafte Quelle eignen.

Wer nicht mit einem Computer arbeiten möchte, der kann Vordrucke von Ahnentafeln, Stammbäumen etc. verwenden, die im Buchhandel erhältlich sind.

Icon - Sprung zum Seitenanfang Materialsammlung

Beim Anlegen einer Materialsammlung für eine Familien-, Haus- oder Ortsgeschichte sind folgende Regeln zu beachten:
Zu jeder Information muss die Quelle (Literatur, Archivale) bzw. die Gewährsperson notiert werden. Bücher werden durch Angabe des Buchautors, des Buchtitels, des Erscheinungsjahres und der Seite, auf der die Information zu finden ist, zitiert.

Beispiele:

Georg Grüll, Die Matriken in Oberdonau (1939) 5-8
Josef Schwarzlmüller, Die Berufslaufbahn Lehrling-Geselle-Meister in den Handwerkszünften Oberösterreichs (1979) 23 und 58

Bei Archivalien ist zuerst die Einrichtung, dann der Bestand, die Mikrofilm-, Handschriften- bzw. Schachtel-Nummer, der Faszikel und die Seite anzugeben.

Beispiele:

OÖLA, HA Steyr, Schachtel 415, Faszikel 127, Nr. 12, fol. 33
OÖLA, Pfarrmatrikenduplikate, Mikrofilm Nr. 127, Pfarre St. Peter, Hochzeiten 1865
Pfarrarchiv Molln, Taufbuch Bd. 3, S. 75, Eintragung vom 3. Dez. 1772.

Wenn es bei den verwendeten Quellen sowohl alte Bezeichnungen als auch aktuelle Signaturen gibt, sollten beide angeführt werden.

Beispiel 1:

Aktuelle Bezeichnung (Bestelleinheit) Grundbuch Gmunden, Handschrift 161 (kurz: GB Gmunden, Hs 161) und alte Bezeichnung Grundbuch Herrschaft Ort, Amt Vichtau, tom. III, fol. 27. Zitiert wird nun wie folgt: OÖLA, GB Gmunden, Hs 161, GB Hsch Ort, Amt Vichtau, tom. III, fol. 27>.

 

Beispiel 2:

Aktuelle Bezeichnung Landesgerichtsarchiv Traunkirchen, Handschrift 171 (kurz: LGA, T 171), alte Bezeichnung Brief- und Inventurprotokoll Herrschaft Traunkirchen und Ort, 1764, fol. 19. Zitiert wird: OÖLA, LGA, T 171, Brief- und Inventurprotokoll Hsch Traunkirchen und Ort, 1764, fol. 19

In einem Verzeichnis sind die verwendeten Abkürzungen zu erklären. Für die obigen Beispiele wie folgt:
fol. Folio(blatt), GB Grundbuch, HA Herrschaftsarchiv, Hs Handschrift, Hsch Herrschaft, LGA Landesgerichtsarchiv, OÖLA Oberösterreichisches Landesarchiv, tom. Tomus, Band

Wenn aus Archivalien oder Büchern fotokopiert wird, so ist auf den Kopien sofort die Quellenangabe zu vermerken.

Vergleiche mit Nachbarhäusern und -orten rücken manches Ereignis erst ins rechte Licht. Die Landes- oder gar Weltgeschichte sollte aber nur dann einbezogen werden, wenn es unbedingt notwendig ist.

Es ist zu empfehlen, vor Beginn der Arbeit den Rat eines Fachmannes, also eines heimat- oder ortskundigen Lehrers, des Gemeindesekretärs, eines erfahrenen Geschichtsforschers oder eines Archivbeamten einzuholen. Als Vorbilder können bereits gedruckte Orts-, Familien- und Hausgeschichten dienen.

Icon - Sprung zum Seitenanfang Niederschrift

Glaubt man, genug "Stoff" gesammelt zu haben, ist es ratsam, diesen zu ordnen und mit der Abfassung einer zusammenhängenden Darstellung zu beginnen. Es besteht sonst die Gefahr, dass das oft mühsam gefundene Material ungenutzt liegen bleibt.

Ein Werk beginnt mit dem Titelblatt, das den Namen des Autors (bzw. der Autoren), den Titel, den Erscheinungsort und das Erscheinungsjahr enthält. Es folgen das Inhaltsverzeichnis, die Einleitung, der Hauptteil mit den einzelnen Kapiteln und der Schluss (eventuell mit Zusammenfassung, Dank, Abkürzungs-, Literatur- und Abbildungsverzeichnis). Günstig ist es, wenn am Ende ein Register angefügt wird.

Eine Hausgeschichte wird am besten chronologisch angelegt und in Kapitel nach den einzelnen Hausbesitzern unterteilt. Einleitend sollten die Lage des Hauses (Karten, Pläne) sowie die wirtschaftlichen Verhältnisse beschrieben werden.

Eine Familiengeschichte ist am besten nach den einzelnen Zweigen der Familie und dann nach Einzelpersonen zu unterteilen.

Orts- oder Heimatbücher sollten nach Sachgebieten gegliedert werden, wobei zwar ein Abriss der Geschichte der Region angebracht ist, die Landesgeschichte (oberösterreichische, bayerische, österreichische) aber nur soweit berücksichtigt werden soll, als sie zum Verständnis konkreter Vorgänge und Veränderungen notwendig ist.

Folgende Sachgebiete sollten auf lokaler Ebene berücksichtigt werden:

Besonders im Bereich der Zeitgeschichte ist zu beachten, dass man (nicht nur aus moralischen, sondern auch rechtlichen Gründen) nicht einfach alles über eine Person schreiben darf, was man irgendwo irgendwie erfahren hat. Die "Privatsphäre" des Einzelnen ist gesetzlich - vor allem durch das Datenschutzgesetz 2000 - geschützt, und der Umgang mit diesbezüglichen Daten und Angaben bedarf der Vorsicht und besonderen Verantwortungsbewusstseins.

Nicht jedes der angeführten Sachgebiete wird ausreichend durch Quellen zu dokumentieren sein. In solchen Fällen sollte man nicht in allgemeine Ausführungen über die Landes- oder gar die europäische Geschichte ausweichen, sondern offen feststellen, dass zu bestimmten Fragestellungen keine Aussagen möglich sind.

Icon - Sprung zum Seitenanfang Zitate und Abbildungen

Der Sinn des Zitierens der benützten Quellen besteht darin, die eigenen Ergebnisse für jeden Leser nachprüfbar und nachvollziehbar zu machen. Wichtig ist eine vollständige, korrekte und einheitliche Zitierweise. Die Angabe ist so zu gestalten, dass die Quelle eindeutig identifiziert und lokalisiert werden kann. Wörtlich übernommene Textpassagen aus Quellen werden durch Anführungszeichen oder durch Kursivschrift als Zitat gekennzeichnet.

Die Quelle selbst wird üblicherweise entweder in Fußnoten (am Fuß der jeweiligen Seite), Endnoten (am Ende des Werkes) oder im laufenden Text durch Kurzbeleg angeführt. In Fußnoten (Anmerkungen) können in eingeschränktem Maß auch erklärende Texte einfließen (z. B. wenn eine Behauptung gestützt, ergänzt oder ihr widersprochen wird).

Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Zitierens. Wichtig ist, sich für eine Art zu entscheiden und diese in einem Werk konsequent beizubehalten. Für Beiträge in Sammelwerken (Aufsätze) werden meist vom Herausgeber verbindliche Zitierregeln festgelegt. Wenn kein Erscheinungsort ermittelt werden kann, vermerkt man dies durch die Bezeichnung 'o.O.' (ohne Ort), bei fehlendem Erscheinungsjahr durch 'o.J.' (ohne Jahr). Ein Kurzzitat ist dort sinnvoll zu verwenden, wo nach der erstmaligen ausführlichen Zitierung das gleiche Werk erneut angeführt wird. Er enthält nur die knappsten noch zur Identifizierung erforderlichen Angaben: Nennung des Autors nur mit Familienname, sinnvoll gekürzter Titel, eventuelle Bandzahl und Seitenangabe, z. B.:

Mayrhofer: Quellenerläuterungen, 28.

Wird auf einer Seite mehrmals unmittelbar hintereinander auf die selbe Arbeit Bezug genommen, so brauchen Verfasser und Titel nur einmal angegeben werden. In den folgenden Fußnoten wird mit "Ebd." (Ebenda) auf dieses Werk verwiesen.

Beim Zitieren von Quellen ist darauf zu achten, dass die Angaben von der größten Einheit zur kleineren hin erfolgen. Zuerst wird die Einrichtung (das Haus) angegeben (z. B. Oö. Landesarchiv, kurz OÖLA), dann der Bestand (z. B. Herrschaftsarchiv Steyr, kurz HA Steyr), dann die Schachtel oder Handschrift (z. B. Handschrift 25, kurz Hs. 25), dann das Blatt bzw. die Seite (z. B. fol. 89).

In Handschriften ist vielfach nur das Blatt nummeriert (nicht jede Seite), es ist also zusätzlich anzugeben, ob die Vorderseite ("gerade Seite", r = recto) oder die Rückseite ("ungerade Seite", v = verso) gemeint ist.

Beispiel: OÖLA, HA Steyr, Hs. 25, fol. 34r

Nicht nur wegen der schöneren Ausstattung, sondern auch wegen der Funktion des Bildes als Geschichtsquelle sollten Heimatbücher sowie Haus- und Familienchroniken mit Abbildungen versehen werden. Die Auswahl will freilich gut überlegt sein. Bei der Wiedergabe von Fotos sind die Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes zu beachten. Jede Abbildung, jede Tabelle, jede Grafik braucht einen erklärenden Text. Als Faustregel gilt: Jede Abbildung muss für sich lesbar und verstehbar sein.

Icon - Sprung zum Seitenanfang Schrift

In die Schrift der alten Aufzeichnungen muss man sich nach und nach einlesen. Bei Forschungen im Oberösterreichischen Landesarchiv, aber auch in anderen Archiven bzw. öffentlichen Stellen ist zu beachten, dass man dort die nötige Fertigkeit im Lesen alter Handschriften bereits mitbringen muss. Archivbedienstete können nur in besonderen Ausnahmefällen und nur beratend zur Seite stehen. Ältere Verwandte oder Bekannte können jedoch in der Regel Hilfe leisten. Die früher gebräuchliche Kurrentschrift ist bald erlernt. Auf zwei Werke, die zum Erlernen der alten Schriften herangezogen werden können, sei hier verwiesen: "Unsere Schrift" von Heribert Sturm und "Handschriftenkunde für Familienforscher" von Werner Konstantin von Arnswaldt. Im Verlag des Oberösterreichischen Landesarchiv ist eine Lesefibel für Neulinge auf dem Gebiet der Kurrentschrift erschienen: Schriftbeispiele. Handschriften des 15. bis. 20. Jahrhunderts, 5. erw. Auflage, Linz 2004.

Zur Erlernung der alten Schrift kann bereits auch das Internet herangezogen werden, denn einige Internetadressen bieten Lernmodule an (http://gonline.univie.ac.at; www.kurrentschrift.eu (Stand Februar 2011)

Icon - Sprung zum Seitenanfang Datumsangaben

In den Pfarrmatriken und Herrschaftsprotokollen sind die letzten vier Monate des Jahres meistens abgekürzt in Ziffern wiedergegeben, wobei: 7ber = September bedeutet (vom lateinischen Wort septem für 7), 8 steht für octo (also 8ber = Oktober), 9ber = November, 10ber = Dezember. Gelegentlich kommen auch "germanische" Monatsnamen wie Hartung, Eis- oder Wintermonat = Januar, Hornung = Februar, Lenzing- oder Frühlingsmonat = März, Gras- oder Ostermonat = April, Weide- oder Wonnemonat = Mai, Brachet oder Brachmonat = Juni, Heuert oder Heumonat = Juli, Ernting oder Erntemonat = August, Scheiding oder erster Herbstmonat = September, zweiter Herbst- oder Weinmonat = Oktober, dritter Herbst- oder Windemonat = November und Christmonat oder Julmond = Dezember vor.

Kalenderberechnungen waren früher schon den Astronomen vorbehalten, jedoch waren diese im Vergleich zu heute noch relativ ungenau. Die Zeitrechnung im Laufe eines Jahres beruht auf den Umlaufzeiten der Gestirne. Schon die Ägypter rechneten bereits mit Sonnenjahren zu 365 Tagen. Genauer und besser erwies sich der von Julius Cäsar eingeführte Julianische Kalender. Bei ihm hatte das Jahr 365 Tage und alle vier Jahre einen zusätzlichen Schalttag. Bis zum letzten Drittel des 16. Jahrhunderts belief sich die Differenz auf zehn Tage. Papst Gregor XIII. ordnete daher im Februar 1582 die Einführung des neuen Kalenders an. Es seien zehn Tage auszulassen und zwar so, dass auf Donnerstag 4. Oktober Freitag 15. Oktober 1582 folgt. Der Bischof von Passau gab im September den Prälaten und Pfarrherrn im Lande ob der Enns diese Anweisung weiter. Einige Klöster und Pfarren folgten, die meisten Grundherrschaften hielten sich aber weiterhin an den alten (julianischen) Kalender. Der Gregorianische Kalender lässt den Schalttag in allen nicht durch 400 teilbaren vollen Jahrhunderten ausfallen und erreicht dadurch die größte Genauigkeit an das tatsächliche Sonnenjahr.

Anfang Herbst 1583 befahl Kaiser Rudolf II. die zehn Tage zwischen dem Freitag 4. Oktober und Samstag 15. Oktober dieses Jahres auszulassen. Wenige Grundherrschaften befolgten dies pünktlich, andere korrigierten nach Belieben im Laufe der letzten Monate des Jahres 1583, die letzten folgten im März 1584.

Die Unterscheidung nach dem alten oder neuen Kalender erfolgte in der Übergangszeit durch Zusatz "im neuen Stil" oder "im alten Stil". Viele protestantische Länder behielten aber den alten Kalender bei. Teile Deutschlands stellten erst 1700 auf den neuen Kalender um. Selten kommen auch Doppeldatierungen mit Bruchstrich vor, z. B. 25/15. Octobris Anno 90 oder 16/6. February Anno 1601. Dann steht meist das Datum nach dem alten Stil im Zähler und dem neuen Stil im Nenner.

Eine zeitliche Verschiebung gegenüber dem Kalenderjahr war beim sogenannten "Militärjahr" gegeben. Das Militärjahr begann jeweils Anfang November eines Jahres und dauerte bis Ende Oktober nächsten Jahres; z. B.: Militärjahr 1790 = Anfang November 1789 bis Ende Oktober 1790.

Detaillierte Angaben zu Datumsfragen sind im "Taschenbuch der Zeitrechnung des deutschen Mittelalters und der Neuzeit" von Grotefend zu finden.

Icon - Sprung zum Seitenanfang Namen- und Schreibweise

In den älteren Pfarrmatriken sind die Altersangaben oft unzuverlässig. Auch die Vornamen sind des öfteren nicht eindeutig, denn ein Mathäus kann in einer anderen Quelle auch Mades, Tiebes, Debiß, Theibs, Deis oder Tigges heißen, Evakathl kann als Eva oder Katharina, Röserl als Theresia oder als Rosina, Stöffl als Stephan oder als Christoph eingetragen sein. Der Georg kann auch als Jörg(en), Jürg, Girg(el), Gorch, Gergel, Göres oder Schorsch aufscheinen, die Adelheid findet sich auch als Aile, Ailke, Ale(ide), Alide, Alke, Auleide, Dell, Ela, Ehl, Eltje, Eylheit, Haldeyde, Hel, Helchin oder Lidda, ein Gottlieb kann auch Theophil (griech.) oder Amadeus (latein.) heißen etc.

Ein Problem stellt die Auslassung bzw. der Wechsel von Familien- und Hausnamen in den alten Aufzeichnungen dar, ebenso können beträchtliche Abweichungen in der Schreibweise der Familiennamen vorkommen. Vor 1800 erscheint nicht selten in den Aufzeichnungen statt des Familiennamens des Hausbesitzers dessen Hausname. Die für Orts- und Hausgeschichten sehr wichtigen, alten Abgabenverzeichnisse (Urbare) führen oft den heute noch üblichen Hausnamen an, doch sagt dies nichts über ein eventuelles Verwandtschaftsverhältnis der meist nur mit Vornamen erwähnten Besitzer des Hauses aus. Die konsequente Festlegung von Familiennamen der bäuerlichen Schichten wurde durch die Matriken-Vorschriften des Konzils von Trient (1563) eingeleitet und war um ca. 1620/40 weitgehend abgeschlossen.

Früher pflegte man so zu schreiben, wie man sprach oder zu hören glaubte, ohne sich um orthographische Regeln zu kümmern; z. B.: verschiedene Schreibweisen des Namens "Edlinger": Etlinger, Ellinger, Öllinger, Öhlinger, Ödlinger usw. Statt "Gut" schrieb man "Gue", statt "müssen" "müessen", statt ei oft ej, ey, ai, ay, statt eu zuweilen oi, oy, statt ä, ö auch reines e, statt der Umlautzeichen ä, ö, ü vielfach ae, oe, ui. Der Buchstabe ä ist als reines helles a zu lesen, während für das dumpfe a nicht selten ein o erscheint. Die jetzt üblichen Dehnungszeichen für lange Selbstlaute (stummes h, Verdoppelung) kamen erst nach und nach auf. Zwischen den Mitlauten b und p sowie d und t wurden keine Unterschiede gemacht. Häufig steht c, ch oder kh für k, th statt t, hs statt ss. Erst die Rechtschreibreform von 1879 brachte erste Ansätze einer Vereinheitlichung. Hervorzuheben ist vor allem die Ersetzung des "y" durch das "i" z. B. Eyer-Eier. Die Reform im Jahre 1902 fiel wesentlich gründlicher aus, wurde doch durch die Abschaffung des "dt" und "th" und Ersetzung des "c" durch "k" oder "z" z. B. Todtschlag-Totschlag, Theilhaber-Teilhaber, Centrum-Zentrum, Acten-Akten, das Schriftbild bzw. die Schreibweise der heutigen Schreibform schon näher gebracht.

Mitlaute im Wortinneren wurden je nach Sprachgefühl verdoppelt; statt mm und nn zu schreiben, setzte man meist einen Strich über das m und n. Ein waagrechter Strich über einem Wort kann aber auch anzeigen, dass hier eine Kürzung vorgenommen wurde: ein Strich über dem Wortende ersetzt meist die Silbe -en, ein Schnörkel nach oben die Endsilbe -er. Die Buchstaben u und v wurden vor 1750 meist nicht nach ihrer lautlichen Bedeutung verwendet, sondern dass v am Wortanfang und u im Wortinneren steht. Das kleine s erscheint oft nur in Form eines dünnen Striches nach unten, scharfes ß und ss wurden nicht unterschieden. Grundsätzlich gilt, dass ein Buchstabe, der nicht sofort enträtselt werden kann, oft auch in einem anderen Wort desselben Schriftstückes vorkommt. Man muss also Vergleichbares suchen!

Die früher verwendeten Fachausdrücke und Abkürzungen sind so zahlreich und vielfältig, dass sie hier nicht behandelt werden können; man frage einen Fachmann oder benütze Spezialliteratur: Schmeller / Frommann, Bayerisches Wörterbuch (alphabetisches Register am Ende des 2. Bandes); Unger / Khull, Ergänzungsband "Steirischer Wortschatz" zu Schmellers Bayerischem Wörterbuch; Dülfer, "Gebräuchliche Abkürzungen des 16.-20. Jahrhunderts"; Schilder, Heimatkunde heute; Grun, Schlüssel zu alten und neuen Abkürzungen. Sehr hilfreich ist auch das Sachregister und Glossar von Helmut Feigl im Registerband der Oberösterreichischen Weistümer, in: Österreichische Weistümer 16. Bd. Oberösterreichische Weistümer V. Teil, Registerband. Hg. Österreichische Akademie der Wissenschaften und Oberösterreichisches Landesarchiv (1978).

Icon - Sprung zum Seitenanfang Hausnummern und Orte

Die Hausnummerierung wurde erst 1770/71 eingeführt . Vorher bezeichnete man die Häuser auf dem Lande nur mit den Hausnamen; in den Märkten und Städten wurde oft die Nachbarschaft zu allgemein bekannten Baulichkeiten (z. B. Brunnen, Stadttor, Richterhaus etc.) als topographisches Beschreibungsmerkmal verwendet. Bei der Nummerierung von 1770/71 hat man oft kleine Ortschaften zusammengezogen, so dass manche alte Ortsbezeichnung außer Gebrauch kam. Häufig ist die Nummerierung im frühen 19. Jahrhundert geändert worden, wobei Einzelhöfe gelegentlich zu anderen Ortschaften gezogen wurden. Nicht geläufige Ortsnamen aus dem Bereich des alten Österreich um 1800 sind am besten im "Topographischen Postlexikon aller Ortschaften der k.k. Erbländer" von Crusius nachzuschlagen. Für Oberösterreich kann auch die 5-bändige "Beschreibung des Erzherzogtums ob der Enns" von Pillwein oder das von Schiffmann verfasste "Historische Ortsnamen-Lexikon des Landes Oberösterreich" (3 Bände) als Orientierungshilfe herangezogen werden.

Für allgemeine Recherchen bietet sich Ritter's "Geographisch-Statistisches Lexikon" in zwei Bänden (1883) an. Das sogenannte Verkehrslexikon von Kendler ist dagegen nur für Nachforschungen innerhalb der Österreichisch-Ungarischen Monarchie geeignet (für Bosnien und Herzegowina nur die wichtigsten Ortschaften).

Das "Orts-Repertorium des Erzherzogthumes Österreich ob der Enns. Auf Grundlage der Volkszählung vom 31. December 1869 bearbeitet von der k.k. statistischen Central-Commission (Druck 1871)" kann ebenfalls, gerade bei der Zuordnung von Ortschaften zu den jeweiligen Gerichtsbezirken, wertvolle Hilfe leisten. Auch bietet es einen guten Überblick über die Anzahl der Häuser sowie der männlichen und weiblichen Bevölkerung der jeweiligen Ortschaften. Dieses "Special-Ortsrepertorium" von Oberösterreich gibt es auch für die Jahre 1880 (Druck 1883), 1890 (Druck 1894), 1900 (Druck 1907) und 1910 (Druck 1916). Bis zur Drucklegung wurden Änderungen betreffend Gerichtssprengel und Ortschaftszugehörigkeiten als Anhang berücksichtigt.

Sollte der Ort bekannt sein, weitere Angaben wie Katastralgemeinde, Ortsgemeinde, Bezirksgericht, Bezirkshauptmannschaft aber nicht, so empfiehlt es sich, in einem Österreichischen Amtskalender der 1970/80er Jahre nachzusehen. Ein weiteres Hilfsmittel ist die sogenannte "Administrativkarte des Erzherzogthums Österreich ob der Enns" von Alois Souvent (1. Auflage 1857), von der die 2. und die 3. Auflage 1867 bzw. 1872 als Lochkarten im Mikrofilmlesesaal des Oberösterreichischen Landesarchivs eingesehen werden können. Für die Zuordnung von Ortschaften zu den jeweiligen Pfarren und Ortsgemeinden kann auch der "Realschematismus sämtlicher Pfarren der Diözese Linz", etwa jener vom Jahr 1913, verwendet werden.