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Oö. Landesarchiv

  
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Benutzungsordnung des Oö. Landesarchivs

§ 1 Geltungsbereich

Diese Ordnung ergänzt die Bestimmungen des Oö. Archivgesetzes (OöArchG) im Hinblick auf die Benutzung des Archivgutes des Historischen Archivs und der Einrichtungen des Oberösterreichischen Landesarchivs (im Folgenden: Archiv). Sie ist gem. § 12 Abs. 4 OöArchG vom Archivdirektor erlassen.
Die Benutzung von Unterlagen des Verwaltungsarchivs ist durch innerdienstliche Vorschriften des Amtes der oö. Landesregierung geregelt.

 

§ 2 Übergeber/in

Als Übergeber/in i. S. des § 6 Abs. 1 OöArchG ist im Falle des Amtes der oberösterreichischen Landesregierung jene Organisationseinheit zu verstehen, der oder deren Nachfolgerin das Archivgut gemäß Aktengruppenzeichen zuzuordnen ist.

 

§ 3 Benutzer/in

Wer Archivgut, Bibliothekswerke oder Einrichtungen des Archivs benutzen will, gibt vor der ersten Benutzung die für die Verwaltung erforderlichen Daten bekannt, weist seine Identität nach und entrichtet ein allfälliges Entgelt gem. § 4 dieser Benutzungsordnung. Mit der obligatorischen Unterfertigung des Benutzungsreverses wird die Kenntnisnahme der Benutzungsordnung bestätigt und die Verpflichtung zu deren Einhaltung anerkannt. Eventuell nötige besondere Kenntnisse (wie z. B. Sprache, Schrift oder der Umgang mit EDV-Rechercheplätzen) müssen die Benutzer/innen selbst mitbringen. Das Archivpersonal kann nur in Einzelfällen Hinweise geben und Unterstützung leisten.

 

§ 4 Benutzungsentgelt

Für die Inanspruchnahme der Einrichtungen und Dienstleistungen des Archivs ist vor der ersten Benutzung ein Entgelt in folgender Höhe zu entrichten:

1 Tag 2 Euro, 1 Woche 5 Euro, 1 Monat 10 Euro, ½ Jahr 20 Euro, 1 Jahr 30 Euro

Mit diesem Entgelt sind alle Leistungen des Archivs abgegolten, die im bezahlten Zeitraum im Zuge der Einsicht in Archivalien in Anspruch genommen werden. Entgelte für die Anfertigung von Reproduktionen, für die Erteilung schriftlicher Auskünfte und weitere im Folgenden angeführte, kostenpflichtige Leistungen sind hiervon nicht berührt. Mit der Entrichtung des Benutzungsentgeltes ist nicht der Anspruch auf jederzeitige Verfügbarkeit eines Arbeitsplatzes im Benutzungsbereich verbunden (vgl. § 5 Abs. 2). Benutzung im dienstlichen Auftrag (d. i. im Auftrag von Verwaltungseinrichtungen des Bundes, der Länder und Gemeinden) ist nicht entgeltpflichtig. In Zweifelsfällen entscheidet der Archivdirektor.
Benutzer/innen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sowie Mitarbeiter/innen des Archivs sind von der Entgeltpflicht ausgenommen. Benutzer/innen bis zum vollendeten 26. Lebensjahr entrichten ein um 50 % ermäßigtes Entgelt. In begründeten Einzelfällen kann der Archivdirektor andere Beträge festlegen.

 

§ 5 Lesesaal

(1) Ablauf

Die Benutzung von Archivgut und Bibliothekswerken erfolgt in den dafür bestimmten Räumlichkeiten des Archivs, wo Archivpersonal zur Beratung, Aufsicht und Abwicklung des Lesesaalbetriebes anwesend ist (Informationsdienst). Anordnungen des Informationsdienstes im Sinne dieser Benutzungsordnung ist Folge zu leisten.

Dem Informationsdienst werden täglich Beginn und Abschluss der Tätigkeit, Bestellungen sowie die Übernahme und Rückgabe von Archivalien, Mikrofilmen und Büchern mitgeteilt. Die Weitergabe von Unterlagen an andere Benutzer/innen ist nur mit Zustimmung des Informationsdienstes zulässig.

Für Beratung in bestimmten fachlichen Fragen können qualifizierte Mitarbeiter/innen des Archivs konsultiert werden (Beratungsdienst). Die eigentliche Forschungsarbeit muss aber von der Benutzerin oder dem Benutzer selbst durchgeführt werden.

Archivalien und nicht im Lesesaal gelagerte Mikrofilme werden zu festgelegten Zeiten bereitgestellt, soferne die Einsicht zulässig ist (vgl. §§ 5 und 6 OöArchG). Die Anzahl der pro Person und Tag zu benutzenden physischen Archivalien ist begrenzt, die Einhaltung der Begrenzung wird vom Informationsdienst überwacht.

 

(2) Arbeitsplätze

Die Anzahl der Arbeitsplätze und der Geräte für die Einsicht in physische oder digitale Archivalien ist begrenzt, sie werden in der Reihenfolge des Eintreffens der Benutzer/innen bzw. der Registrierung durch den Informationsdienst vergeben. Die Reservierung oder Vorbestellung von Arbeitsplätzen ist grundsätzlich nicht möglich.

 

(3) Schutzbestimmungen

Im Lesesaal ist alles zu unterlassen, was den Zustand der Archivalien und Bücher gefährden oder die Arbeit Anwesender stören könnte. Mobiltelefone sind lautlos zu schalten, längere Gespräche dürfen nur im Garderobenraum geführt werden. Die Zusammenarbeit mehrerer Personen im Lesesaal ist nur mit vorheriger Zustimmung des Informationsdienstes erlaubt.

Mäntel, Aktentaschen, Schirme und dergleichen dürfen nicht in den Lesesaal mitgenommen werden; es stehen versperrbare Garderobekästen zur Verfügung. Für Garderobe übernimmt das Archiv keine Haftung. Die vorgelegten Archivalien oder Bücher dürfen nicht aus dem Lesesaal entfernt werden und sind in unveränderter Ordnung zurückzustellen.

Der Benutzungszweck (§ 6 Abs. 2 Z. 2 OöArchG) gilt grundsätzlich auch dann als erreichbar, wenn Reproduktionen der bestellten Archivalien (Mikrofilme oder Digitalisate) zur Verfügung gestellt werden. Die Mitnahme anderer Reproduktionsgeräte als handelsüblicher Fotoapparate in den Lesesaal ist nur mit ausdrücklicher Erlaubnis des Informationsdienstes zulässig. Als Schreibgeräte dürfen nur Bleistifte verwendet werden. Es ist verboten, in den Archivalien oder Büchern Eintragungen irgendwelcher Art (Korrekturen, Anmerkungen, Striche etc.) vorzunehmen. Alle technischen Hilfseinrichtungen und Geräte des Archivs sind mit angemessener Sorgfalt und Vorsicht zu bedienen. Bei missbräuchlicher Verwendung kann von der Direktion die weitere Benutzung der Einrichtungen des Oö. Landesarchivs befristet oder dauerhaft untersagt werden.

 

§ 6 Auskünfte und Recherchen

Mündliche Auskünfte sind kostenfrei. Für eine Beantwortung schriftlicher Anfragen, die mit Recherchen verbunden ist, sowie für wissenschaftliche und gutachterähnliche Auskünfte ist ein Bearbeitungsentgelt von 25 Euro pro angefangener Stunde Arbeitszeit zuzüglich 2 Euro pro eingesehener Archivalieneinheit zu entrichten.

Dienstliche Anfragen (d. i. im Auftrag von Verwaltungseinrichtungen des Bundes, der Länder und Gemeinden) werden unentgeltlich bearbeitet. In Zweifelsfällen entscheidet der Archivdirektor. Die Beantwortung schriftlicher Anfragen erfolgt im Rahmen der Möglichkeiten des normalen Dienstbetriebes. Würde der Aufwand für die Beantwortung diese Möglichkeiten übersteigen, muss die Bearbeitung abgelehnt werden.

 

§ 7 Reproduktionen und Abschriften

(1) Allgemeines

Reproduktionen und Abschriften von Archiv- und Bibliotheksgut dürfen nur dann hergestellt werden, wenn keine Schutzbestimmungen entgegenstehen und die Besorgung der anderen Aufgaben des Archivs sowie der Zustand der Archivalien es erlauben. Ein Anspruch auf Herstellung von Reproduktionen oder eine bestimmte Beschaffenheit derselben besteht nicht.

 

(2) Reproduktionsentgelte

Für die Anfertigung von Reproduktionen sind Entgelte pro Aufnahme in folgender Höhe zu entrichten:

a) Sofort-Scan (vom Benutzer / der Benutzerin selbst hergestellt): 10 Cent, als Ausdruck 20 Cent
b) Leihkamera (Digitalfoto durch Benutzer/in, Kamera des Landesarchivs): 10 Cent (kein Ausdruck)
c) Bildschirmkopie (vom Lesesaal-Arbeitsplatz aus; keine Fotos): 10 Cent, als Ausdruck 20 Cent
Bei diesen Reproduktionen (a bis c) werden zusätzlich 50 Cent pro Datenträger (CD/DVD) verrechnet, wenn der Auftragswert unter 3 Euro liegt.

d) Auftrags-Reproduktion (schriftlicher Auftrag an die Reprostelle): 50 Cent, als Ausdruck 60 Cent
Pro Reproduktionsauftrag (d) werden mindestens 3 Euro verrechnet.

Anders lautende Einzelregelungen sind davon nicht berührt, insbesondere der Preis von 3 Euro für Kopien der unbearbeiteten Indikationsskizzen und Urmappen des Franziszeischen Katasters.

 

(3) Großbestellungen

Werden Scans von ganzen Archivalien- bzw. Bestelleinheiten mit mehr als 30 Aufnahmen (Schachtel, Handschrift, Faszikel etc.) oder Mikrofilmen bestellt, so werden diese Aufträge an ein Dienstleistungsunternehmen vermittelt, das den Sicherheits- und Qualitätskriterien des Oö. Landesarchivs entspricht. Das Vertragsverhältnis kommt ausschließlich zwischen Besteller und Dienstleister zustande, das Landesarchiv stellt nur die Archivalien zum Scannen zur Verfügung und erhält dafür unentgeltlich eine Kopie der Digitalisate.

Bestellungen über mehr als 30 Scans, die nur Teile von Archivalieneinheiten oder Mikrofilmen umfassen, können (aus personellen Gründen) nicht angenommen werden.

 

(4) Fotoreproduktionen

Digitale Reproduktionen von Fotos werden nur bei Vorliegen aller rechtlichen Voraussetzungen hergestellt; nähere Auskunft geben die zuständigen Bearbeiter/innen.

 

(5) Reproduktionen zu dienstlichen Zwecken

Digitale Reproduktionen für dienstliche Zwecke (s. o. § 6, 2. Abs.) werden unentgeltlich angefertigt. In Zweifelsfällen entscheidet der Archivdirektor.

 

(6) Reproduktionen zu gewerblichen Zwecken

Für Reproduktionen zu gewerblichen Zwecken (z. B. Publikation in Druckwerken oder elektronischen Medien) ist pro Auflage ein Nutzungsentgelt in der Höhe von 30 Euro pro Aufnahme zu entrichten.

 

(7) andere Reproduktionsmethoden

Alle anderen Reproduktionsarten sind nur im wissenschaftlichen oder öffentlichen Interesse unter besonderen Auflagen zulässig und werden zu Marktpreisen von externen Dienstleistern hergestellt, welche die Qualitäts- und Sorgfaltskriterien des Archivs erfüllen. Für eventuell erforderliche Archivalientransporte durch das Landesarchiv zu Dienstleistern ist eine Pauschalsumme von 50 Euro zu entrichten.

 

(8) Beglaubigung

Für die Beglaubigung von Abschriften oder Reproduktionen ist eine Beglaubigungsgebühr in der Höhe von 15 Euro pro Seite zu entrichten.

 

(9) Transkription

Für die Übertragung handschriftlicher Aufzeichnungen in eine Textdatei ist eine Gebühr in der Höhe von 5 Euro pro Zeile des Originaldokumentes zu entrichten. Die Übertragung von Texten, die länger als 15 Zeilen sind, kann (aus personellen Gründen) nicht übernommen werden. Für die Richtigkeit der Transkription wird keine Haftung übernommen.

 

§ 8 Herkunftsnachweis, Pflichtexemplar

In Publikationen, die sich auf Archivalien des Archivs beziehen, ist als deren Verwahrort "Oberösterreichisches Landesarchiv" anzugeben. Von Publikationen, die sich in wesentlichen Teilen auf Archivalien des Archivs beziehen, ist dem Archiv ein kostenloses Pflichtexemplar zu übermitteln.

 

§ 9 Entlehnung von Archivalien

Bei Vorliegen wissenschaftlichen oder öffentlichen Interesses kann der Archivdirektor die befristete Entlehnung von Archivalien an andere Archive, wissenschaftliche Einrichtungen oder öffentliche Dienststellen genehmigen. Über jede Entlehnung ist ein schriftlicher Leihvertrag abzuschließen.

 

§ 10 Bibliothek

Die Bibliothek des Archivs ist eine Präsenzbibliothek. Die Entlehnung von Büchern ist daher grundsätzlich nicht möglich. Die Bestellung der gewünschten Bücher erfolgt beim Informationsdienst unter Angabe der Bibliothekssignatur, bei mehrbändigen Werken auch der Bandzahl. Dem Informationsdienst werden die Bücher auch zurückgegeben.

 

§ 11 Sanktionen

Die Benutzung kann vom Direktor eingeschränkt oder versagt werden, wenn schwerwiegend gegen die Benutzungsordnung verstoßen wurde (§ 6 Abs. 2 Z. 1 OöArchG).

 

Linz, am 30. Dezember 2011 Der Direktor des Oö. Landesarchivs