Oberösterreichisches Landesarchiv

Pfarrmatriken Online

Geschichte

Die Sicherheit und Zugänglichkeit der Pfarrmatriken nahm in den letzten Jahrzehnten in vielen Pfarren (nicht nur) der Diözese Linz deutlich ab, sowohl Forscherinnen und Forscher als auch die Pfarrämter selbst litten unter dieser Situation. Als sich daher die Gelegenheit bot, von dritter Seite tatkräftige Unterstützung bei der digitalen Sicherung dieser unersetzlichen Quellen zur oberösterreichischen Geschichte zu bekommen, entschlossen sich das Oö. Landesarchiv und das Archiv der Diözese Linz, in einem Großprojekt alle Matriken der Diözese bis 1820 zu digitalisieren. (Die zeitlich anschließenden Matriken 1819 bis 1940 waren schon 1975 in Form von Abschriften an das Landesarchiv übergeben und dort mikroverfilmt worden.)

Von Juni 2003 bis Sommer 2009 wurden von 414 katholischen Pfarren die Matrikenbücher abgeholt, digitalisiert und wieder zurückgebracht. Anschließend konnten auch noch die Matriken von 43 evangelischen Pfarren digitalisiert werden. Im Oktober 2009 waren 10.896 Matrikenbücher auf fast eineinhalb Millionen Aufnahmen gesichert (katholisch 1.329.518, evangelisch 86.096).

Mit der Sicherung dieses mehrere Terabyte umfassenden Datenbestandes war aus Archivsicht das wichtigste Ziel erreicht. Um jedoch den enormen Aufwand auch für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen, mussten die Digitalisate neu strukturiert und mit geeigneten Metadaten versehen werden. Zudem sollten nun auch die mikroverfilmten Abschriften digitalisiert werden, um einen einheitlichen Bestand zu schaffen. Wegen der riesigen Mengen an Seiten und Daten nahmen diese beiden Vorhaben mehr Zeit als geplant in Anspruch, sodass erst im Lauf des Jahres 2010 alle Matriken im lokalen Netzwerk des Landesarchivs – und damit im Lesesaal – verfügbar waren.

Im selben Jahr liefen auch schon die Vorbereitungen für die weltweite Zugänglichmachung im Internet. Durch eine Initiative des Diözesanarchivs St. Pölten war seit 2008 das länderübergreifende Projekt "matricula" entstanden, das sich als geeignete Plattform zur Onlinestellung anbot, gemeinsam mit Matriken aus Niederösterreich und Bayern. Ende Jänner 2011 waren die Matriken der Diözese Linz bis 1820 online, Anfang 2014 folgen jene von 1820 bis 1910.

Derzeit werden die Pfarrmatriken grundsätzlich überarbeitet und werden im Laufe des 12. März 2014 vom Netz genommen, um sie neu aufzubauen. Mit der neuen Präsentation der Matriken werden auch die bisher nicht online bereitgestellten Pfarren online recherchierbar sein. Weiters wird der Bestand der Pfarrmatriken-Duplikate, der das 19. Jahrhundert und einen Teil des 20. Jahrhunderts abdeckt, in den Bestand der Altmatriken integriert werden. Damit wird dem Ahnenforscher eine übergreifende Recherche geboten werden. Nach Abschluss der Arbeiten erfolgt umgehend die Freischaltung der Pfarrmatriken.

 

Datenschutz

Pfarrmatriken enthalten grundsätzlich geschützte personenbezogene Daten. Die wesentlichen Bestimmungen sind im Datenschutzgesetz 2000 und im Personenstandsgesetz enthalten.

Mit der Einhaltung der 100-jährigen Frist gem. Personenstandsgesetz (s. o. Fußnote 1) sind auch Verstöße gegen Bestimmungen des Datenschutzgesetzes 2000 so gut wie ausgeschlossen.

Schwierig war angesichts der Größe des Projektes das Problem nachträglicher Eintragungen und Ergänzungen sowie jüngerer Beilagen in manchen Büchern. Es war mit den vorhandenen Ressourcen ausgeschlossen, diese einzeln herauszusuchen. Deshalb werden wahrscheinlich im Lauf der Zeit einzelne Aufnahmen (Seiten), die solche Nachträge der letzten 100 Jahre enthalten, aus dem Internetzugang zu entfernen sein. Als Anlauf- und Sammelstelle für solche Problemfälle wurde im Oö. Landesarchiv ein Beauftragter für Datenschutzfragen der Pfarrmatriken benannt: Josef Weichenberger(josef.weichenberger@ooe.gv.at) (++43 732 7720 14603)

Wir bitten Sie, Hinweise, Anfragen oder Beschwerden bezüglich Schutz von Daten oder Persönlichkeitsrechten entweder der allgemeinen Einlaufadresse des Oö. Landesarchivs (landesarchiv@ooe.gv.at; ++43 732 7720 14601) oder direkt Herrn Weichenberger mitzuteilen.

Wir werden alle Aufnahmen, die geschützte Eintragungen enthalten, binnen längstens einer Woche aus dem Zugriff entfernen.


Amt der Oö. Landesregierung
Landesarchiv
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