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Finanz- und Vermessungsarchive

Die einzelnen Bestände der Finanzarchive im Oberösterreichischen Landesarchiv lassen sich im wesentlichen in zwei größere thematische Gruppen teilen, und zwar in Bestände, die im Zusammenhang mit der Erfassung und der Höhe von Steuern stehen und in jene, die durch die Tätigkeit der Finanzbehörden in Oberösterreich entstanden sind.

Den ältesten weitgehend vollständigen Steuerkataster bildet das sog. Theresianische Gültbuch, das für das damalige Land ob der Enns im Jahr 1750, für das neu erworbene Innviertel im Jahr 1780 angelegt worden ist. Es besteht aus der Dominikalfassion für die grundherrschaftlichen Güter und der Rustikalfassion für die Untertanengüter und ist nach Grundherrschaften aufgebaut. Das Josephinische Lagebuch von etwa 1787 erfasste das Land erstmals nach räumlich geschlossenen Gebieten, und zwar nach den von Kaiser Josef II. eingerichteten Steuergemeinden.

Das umfangreichste Werk bildet schließlich der Franziszeische Kataster (nach Kaiser Franz I. von Österreich), der für Oberösterreich 1823 begonnen wurde und nach fast zwei Jahrzehnte dauernder Arbeit im Jahr 1844 in Kraft trat. In diesem ist erstmals auch das Land vermessen und eine Katastermappe im Maßstab 1:2880 angefertigt worden. Die schriftlichen Operate enthalten u. a. Grund- und Bauparzellenprotokolle. Das im Zuge der Fortführung und der Evidenzhaltung entstandene Material befindet sich zum Teil im Oberösterreichischen Landesarchiv und wird in separaten Beständen verwahrt, wie z. B. Katastralmappenarchiv, Inspektorat für Vermessungswesen – Grundbesitzbögen oder den Feldmappen.

Eigene Behörden für die Finanzverwaltung sind in Oberösterreich erst als Folge der Neugestaltung der Behördenorganisation im Jahr 1850 eingerichtet worden. Die Finanzlandesdirektion hatte ihren Sitz zunächst in Wien, wurde aber 1864 nach Linz verlegt. Von dieser Stelle ist im Oberösterreichischen Landesarchiv sowohl Schriftgut der Abteilung Präsidium als auch Sonderbestände aus der Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erhalten.

Dieser Zentralbehörde nachgeordnet waren die Steuerämter, deren Amtsbereich sich mit jenem der Bezirksämter decken sollten. Sie sollten vor allem die direkten Steuern einheben. Im 20. Jahrhundert wurde ihre Anzahl reduziert, und es blieben im wesentlichen nur jene bestehen, die am Sitz einer Bezirkshauptmannschaft gelegen gewesen sind.

Die Archivalien der Steuerämter sind auf vielfältigen Wegen in das Oberösterreichische Landesarchiv gekommen. Dies hat dazu geführt, dass einzelne Steuerämter in anderen Beständen, vor allem in Stadtarchiven, integriert sind.

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