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Gleißner Heinrich

Kammerbeamter und ÖVP Politiker
geb. am 26. Jänner 1893 in Linz
gest. am 18. Jänner 1984 in Linz
Landeshauptmann von 1.3.1934 bis 11.3.1938 und von 26.10.1945 bis 2.5.1971 

Gleißner maturierte am Staatsgymnasium (heute: Akademisches Gymnasium) in Linz 1912 mit Auszeichnung und begann anschließend sein Jus-Studium an der Karls-Universität in Prag. Während des Ersten Weltkrieges diente er als Soldat und brachte es bis zum Rang eines Oberleutnants. Nach etwa einem Jahr Kriegsgefangenschaft in Italien setzte er sein Studium in Innsbruck fort und promovierte 1920. Von 1921 bis 1958 war er in verschiedenen Positionen in der Landwirtschaftskammer tätig. Sein politisches Wirken begann 1926. 1933 wurde er Landesleiter der Vaterländischen Front in Oberösterreich und wenige Wochen später Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium. Diese Funktion übte er allerdings nur etwa ein halbes Jahr aus; dann wurde er nach dem Bürgerkrieg im Februar 1934 vom oberösterreichischen Landtag am 1. März zum Landeshauptmann gewählt. Während seiner ersten Amtszeit bemühte er sich vor allem um die Ausgleichung der immer größer werdenden politischen Gegensätze. Am Abend des 11. März 1938 wurde er von den Nationalsozialisten abgesetzt. Während des Zweiten Weltkrieges war er mehrere Male in Konzentrationslagern inhaftiert (Dachau, Buchenwald). Zu Beginn des Jahres 1945 kam er in seine Heimat zurück und wurde bald wieder politisch tätig. Zuerst gehörte er der Fachbeamten-Regierung unter LH Eigl an, dann wurde er zunächst von den amerikanischen Militärbehörden zum "geschäftsführenden Landeshauptmann der provisorischen Regierung in Oberösterreich" ernannt und schließlich am 13. Dezember desselben Jahres durch die Wahl des Landtages in dieser Funktion bestätigt. Während der Besatzungszeit bemühte er sich um die Einheit Oberösterreichs (das Mühlviertel gehörte zur russischen Zone, das übrige Gebiet des Landes zur amerikanischen Zone) und Österreichs und setzte verschiedene Maßnahmen zur Normalisierung des täglichen Lebens. 1951 kandidierte er bei der Bundespräsidentenwahl für die ÖVP, unterlag aber in der Stichwahl Dr. Körner. Insgesamt widmete er seine Arbeitskraft aber vorwiegend Oberösterreich. Nach 1955 bemühte er sich um die wirtschaftliche Angleichung des unter russischer Verwaltung zurückgebliebenen Mühlviertels. Sein besonderes Engagement galt den Bereichen Kultur und Bildung. Unter anderem wurde etwa das Volksbildungswerk 1948 gegründet, und er war ein eifriger Befürworter einer Linzer Hochschule. Neben seiner Verdienste um den Wiederaufbau ist sein Name untrennbar mit dem sogenannten "oberösterreichischen Klima" verbunden (Konsens nach Möglichkeit auch mit den politisch Andersdenkenden, besonders verkörpert in der Achse LH Gleißner - SPÖ - Bürgermeister von Linz Dr. Koref). Gleißner galt als guter Redner.

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