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Stadtarchiv Freistadt

Das Archiv der landesfürstlichen Stadt Freistadt gehört zu den besterhaltenen Stadtarchiven Oberösterreichs. Diesbezügliche Bemühungen setzten bereits früh ein: Für das Jahr 1556 ist die erste Aktenordnung bezeugt, 1600 verfasste man eine Sachgebietsübersicht über die im Rathaus verwahrten Archivalien. Vom Ende des 17. Jahrhunderts ist ein Schlagwortregister "über die in das neuerbaute Archiv einregistrierten Schriften" überliefert. Die damals aufgestellte Archivordnung blieb im wesentlichen bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts erhalten. Eine durch den bekannten Archivar Johann Adam Trauner im Jahre 1783 erwogene Neuordnung kam nicht zustande.

Die Zeit der Franzosenkriege und die folgenden Jahre brachten für das Freistädter Stadtarchiv eine Periode des Niederganges: Es kam 1827 und 1839 zu teilweise umfangreichen Skartierungen, denen ca. 20 % des Gesamtbestandes zum Opfer fielen. Erst nach 1848 nahm die Obsorge für die Archivbestände wieder zu. Das gesteigerte Geschichtsbewusstsein schlug sich auch in einigen gehaltvollen Arbeiten zur Stadtgeschichte Freistadts nieder, bei denen Freistädter Archivalien herangezogen wurden. Der im Jahre 1894 vom oberösterreichischen Landtag gefasste Beschluss, die Gemeindevorstehungen zur Obsorge für ihre Archivbestände aufzufordern, hatte für Freistadt die Archivordnungen des Regierungsrates Wussin (1895-1900) und des pensionierten Mittelschullehrers Dr. Josef Jäkel (1900-1905) zur Folge, die sich mit enormem Fleiß, aber nicht immer glücklicher Hand an die Wiederherstellung der Bestände machten. Ein besseres Ergebnis erbrachte die Ordnungstätigkeit des Archivars Dr. Ignaz Nößlböck, welcher von 1909 bis zur Flüchtung des Archivs 1944 jeweils in seiner Urlaubszeit und teilweise auch an seinem Dienstort Graz daran arbeitete. Mehrere umfangreiche Behelfe zeugen von seiner langjährigen Tätigkeit. Die im Jahre 1944 erfolgte Auslagerung des Archivs hatte erstaunlicherweise nur relativ wenige Verluste zur Folge; in den Jahren 1947 bis 1949 wurde es schließlich zur Neuordnung in das Oberösterreichische Landesarchiv nach Linz verbracht.

Stadtarchiv Freistadt / Hauptbestand
In den Jahren 1947 bis 1949 wurde das Stadtarchiv zur Neuordnung in das Oberösterreichische Landesarchiv nach Linz verbracht.

Gliederung des Bestandes: Grenzen und Statistik; Stadtfreiheiten, Archivwesen; Hof- und Staatsangelegenheiten; Landstände, Stadtverwaltung, städtischer Besitz; Rechnungswesen und Finanzen; Land- und Forstwirtschaft; Fischerei; Handel, Märkte, Verkehr; Handwerker, Gewerbe und Industrie; Steuerwesen und Mauten; Gerichtswesen, öffentliche Sicherheit und Polizei; Armen- und Krankenfürsorge; Religionswesen; Schulwesen; geistiges Leben; Kriegs- und Militärwesen; Bürgerschaft; Nachlass Nößlböck

Es umfasst 918 Sch. Akten, 18 großformatige Fasz. , 1202 Hss., 1884 Urkk.( in 118 U-Schachteln) und 13 Karteikästen, sowie 46 Schachteln und 32 Hss. mit Patenten

964 Schachteln, 1232 Handschriften, 18 Faszikel, 1873 Urkunden, 13 Karteikästen etc.
Laufzeit: 1277 - 1852
Literatur: Georg Grüll, Das Stadtarchiv in Freistadt und seine Geschichte, in: MOÖLA 3 (1954) 38 ff.

Stadtarchiv Freistadt / Alte Registratur
Aufgrund von Platzmangel und anderen Problemen bei der Unterbringung entschloss sich das Stadtamt Freistadt im Jahr 1996, die älteren Bestände seiner Registratur an das Landesarchiv zu übergeben. Diese Bestände aus der Zeit von 1850 bis 1945, die "Alte Registratur", wurde im Juni 1996 gemeinsam mit den wiederentdeckten Steueramtsarchiven ins Landesarchiv gebracht und dort neu geordnet. Dabei wurde die alte Ordnung von Georg Grüll, der die "Alte Registratur" bereits 1949 geordnet hatte, weitgehend belassen. Insgesamt umfasst der Bestand nun 510 Schachteln mit Akten und 182 Handschriften aus der Zeit von 1850 bis 1945. Die Suche in den Akten aus der Zeit zwischen 1865 und 1935 wird durch die Indexbände und Einreichungsprotokolle zu den Registraturakten erleichtert.

510 Schachteln, 182 Handschriften
Laufzeit: 1850 - 1945

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