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Stiftsarchiv Mondsee

Das Archiv des Klosters Mondsee (748 vom bayerischen Herzog Odilo gegründet, 1791 aufgehoben) bestand ursprünglich aus zwei Teilen, dem eigentlichen Stiftsarchiv und dem Archiv der ehemaligen kaiserlichen Herrschaft Wildenegg. Das Archiv dieser Herrschaft, welche 1678 vom Stift Mondsee käuflich erworben wurde, verschmolz damals mit demjenigen des Stifts. Der ursprüngliche Bestand des reichhaltigen Stiftsarchivs lässt sich nicht mehr exakt feststellen, da sich aus der Zeit vor der Klosteraufhebung keine Archivverzeichnisse oder Register erhalten haben. Zur 1000-Jahr-Feier 1748 verfasste der damalige Abt Bernhard Lidl (1729-1773) das "Chronicon Lunaelacense", ein Werk, das er nur mit einem geordneten Archiv zustande bringen konnte. Der von ihm dafür angelegte Archivkatalog hat sich allerdings nicht erhalten, ein 1792 bei der Aufhebung des Klosters auf Grund der Faszikelaufschriften Lidls angefertigtes Verzeichnis gibt zwar einen ungefähren Einblick in das Archiv, zeigt aber auch die großen Verluste. (Nach Lidl waren z. B. 1748 noch 2379 Urkunden vorhanden, der heutige Urkundenbestand im Oberösterreichischen Landesarchiv beläuft sich auf 323 Stück.) Der Hauptbestand wurde in den Jahren 1901 und 1905 übernommen, kleinere Restbestände gelangten 1920 sowie 1925/26 in das Landesarchiv.

Von den Akten ist besonders auf den schmerzlichen Verlust der Reformations- und Bauernkriegsakten hinzuweisen. Bei den Handschriften ist der wertvolle Mondseer Traditionscodex hervorzuheben, welcher nach einem Diebstahl aus der Registratur der oberösterreichischen Statthalterei und nach glücklicher Wiederbeschaffung an das Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien gemeinsam mit 72 Urkunden abgetreten werden musste.

Gliederung des Bestandes: Innere Verwaltung, Kirchliche Angelegenheiten, Klosterbesitz, Pfarreien, Filialkirchen, Bruderschaften und Schulen, Finanz- und Gerichtswesen, Untertanen, Polizei, Landwirtschaft, Wald, Fischerei, Bauangelegenheiten, Märkte St. Wolfgang und Mondsee, Militaria, Klosteraufhebungsakten

515 Schachteln, 289 Handschriften, 323 Urkunden
Laufzeit: 1107 - 1701
Literatur: Georg Heilingsetzer, Mondsee. Geschichte des Klosters. Vorauspublizierter Sonderdruck aus: Germania Benedictina III: Austria Benedictina. Die Männer- und Frauenklöster der Benediktiner in Österreich und Südtirol, hg. v. d. Bayerischen Benediktinerakademie e. V. München in Verbindung mit der Österreichischen Benediktinerkongregation (St. Ottilien 1998) 46 f.

 

Nähere Informationen zu den Urkunden des Bestandes finden Sie im Online-Portal "Monasterium" (MOM).
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