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Nachlass Planck Karl Nachtrag

Am 19. Mai 2011 schenkten Frau Arch. Dipl.-Ing. Marion Planck und Herr Dipl.-Ing. Alexander Planck, wohnhaft in 4600 Wels, August-Göllerich-Straße 6, dem Oö. Landesarchiv 14 Bananenschachteln mit Archivalien aus dem Schloss Weyer bei Kematen zu den Familien Planck und Scheibenbogen und zu den Herrschaften Feyregg, Achleiten, Hehenberg, Piberbach und Weyer bei Kematen sowie 10 Planrollen und 3 Planmappen. Die Literatur aus der Schlossbibliothek Weyer umfasste 5 Kisten.

Die Übergeber erklärten, dass sie die bisherigen Eigentümer der gegenständlichen Unterlagen sind und übertrugen das volle Werknutzungsrecht einschließlich des Veröffentlichungsrechts und einschließlich sämtlicher Verwertungsrechte an das Oö. Landesarchiv.

Der Bestand gliedert sich in sechs Hauptgruppen mit Unterlagen zu: Gutsbesitz und Großhandlungshaus, Funktionärsausübungen, Familie, Varia und Porträt-, Gruppen- und Paarfotos, Architekturbüro des Übergebers des Nachtrags Dipl.-Ing. Alexander Planck. Die letzte der sechs Hauptgruppen betrifft großformatige Mappen mit Karten, Plänen, Drucke und Fotografien.

Nach der vorläufigen Ordnung und Verzeichnung umfassen die Aktenschachteln 1-21 die Archivalien über den umfangreichen Gutsbesitz und das Großhandlungshaus Scheibenbogens Eidam. Innerhalb dieser Archivaliengruppe sind die Unterlagen über die Gutsbesitzungen Feyregg, Achleiten, Hehenberg, Piberbach, Weyer und das Pausweggeramt mit 15 Aktenschachteln der größte Teil dieser Sammlung und umfassen den Zeitraum des 18. bis zum 20. Jahrhundert.

In der Publikation von Hannes Kreczi "Linz – Stadt an der Donau" scheint der Planckgarten in der Römerstraße 17 als besonders erwähnenswert auf. Der Garten war in gärtnerischer und künstlerischer Hinsicht eine Linzer Sehenswürdigkeit. Die Liegenschaft, bei der der Garten angelegt wurde, war das Haus mit der Konskriptionsnummer 908, das dem Schlossgültenamt untertänig war und im Jahre 1825 durch den Linzer Großkaufmann Franz Planck (1844 nobilitiert) von Mathias Trowofsky angekauft worden war. Mit dem Erwerb dieser Liegenschaft wurden auch angrenzende Parzellen zugekauft, um genügend Platz für die Ausgestaltung des Gartens, der sich zwischen der Römerstraße und der Flügelhofgasse erstreckte, zu haben. Die Planentwürfe für die Neuerrichtung der Villa Planck sind ebenfalls in dieser Sammlung erhalten geblieben.

Die Mitglieder der Familie Planck von Planckburg übten zahlreiche Funktionen im öffentlichen und ehrenamtlichen Bereich aus, waren Mitglieder des Musealvereines, der Nationalgarde, Gründungsmitglied bei der Oö. Handels- und Gewerbekammer oder wie z. B. Karl Planck von Planckburg Präsident der Bank für Oberösterreich und Salzburg, der als Landeskommissionsmitglied bei der Wiener Weltausstellung 1873 fungierte, um nur einige zu nennen. Die Unterlagen zu diesen Funktionen finden sich in den Aktenschachteln 22-24. Die Hauptgruppe Familie umfasst nach der Ordnung 42 Aktenschachteln.

Hervorzuheben ist die umfangreiche Korrespondenz, die den privaten, sozialen und wirtschaftlichen Bereich widerspiegelt und einen Einblick in die Alltagsgeschichte dieser Adelsfamilie erlaubt. Ergänzend dazu liegen auch einige Tagebücher aus der Zeit von ca. 1880/1900 vor. Bemerkenswerte Einzelakten sind u. a. ein Schriftstück mit dem Befehl vom 5. Mai 1627 von Adam Graf Herberstorff, die Leichen der Rebellen Fadinger und Zeller in Eferding wieder auszugraben und in einem Moor zu verscharren, dann drei Briefe mit der Schilderung der Märzereignisse in Linz 1848 sowie Korrespondenz zur französischen Invasion in Linz 1801.

Bei diesem Nachtrag kommen noch zwei Aktenkartons Familienfotos (Sch. 57 und 58) dazu, allerdings müssen die Schenkungsgeber erst die Beschriftung der Fotos vornehmen.

Teile der übergebenen Druckwerke wurden der Bibliothek des Oö. Landesarchivs eingereiht.

Der Bestand umfasst 76 Schachteln, wovon die Schachteln 67-76 im eigentlichen Sinn Planrollenbehälter sind, sowie 3 großformatige Mappen.

Laufzeit: 1627 - 2007

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