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Nachlass Stöber Otto

Ein Moorbad in Neydharting wird bereits 1364 urkundlich vom Abt Thomas des Stiftes Lambach erwähnt. Schon der Naturforscher, Arzt, Alchemist, Astrologe, Mystiker und Philosoph Theophrastus Bombast von Hohenheim, genannt Paracelsus, war um 1525 im Neydhartinger Moor unterwegs und überzeugte sich von der heilenden Wirkung des Moores. In den darauffolgenden Jahrhunderten pilgerten zahlreiche chronisch kranke und körperlich behinderte Menschen in das Moorbad Neydharting.

1810 wurde ein steinernes Badhausgebäude errichtet. In der k. u. k. Monarchie war der Kurort Neydharting relativ berühmt und wurde von vielen Mitgliedern des Hofes als Sommerfrischeort in Anspruch genommen. Um 1900 war die Hochblüte des Kurortes Neydharting, der Abstieg und der Verfall der Kuranlagen begann erst nach dem Ende des Ersten Weltkrieges.

1940 kaufte Otto Stöber, ein mährisch-österreichischer Autor und Radio-Pionier, das Moorvorkommen sowie das Gebäude und eröffnete 1949 das Moorbad Neydharting neu. Er betrieb systematische Moorforschung und initiierte 1945 die Gründung des Österreichischen Moorforschungsinstitutes. Otto Stöber entwickelte auch den „Heilmoor-Schwebstoff“, die „Heilmoor-Trinkkur“ und begründete die medizinische „Moor-Ganzheitstheorie“. 1952 wurde auf Initiative Otto Stöbers der erste internationale Moor-Kongress in Neydharting abgehalten.

In den Jahren 1954 bis 1959 wurden neben dem Kurhaus bauliche Erweiterungen durch das Stiftungshaus und dem Paracelsushaus durchgeführt. 1971 wurde im Moorbad Neydharting das erste Rundhallenbad Österreichs gebaut. 1989 erwarb DDr. Stephan Wagner, MBA, MAS das Moorbad. 1990 nach dem Tod Prof. Otto Stöbers übernahm seine Tochter Mag. Fausta Piccini-Stöber die Initiierung der „Neydhartinger Rundgespräche“ mit namhaften Moorwissenschaftlern. Die Generalsanierung der Kuranstalt wurde 2001 abgeschlossen und 2006 fand der Zubau der Rehaklinik statt. Seit Juni 2017 ist das Moorbad Neydharting Teil der SeneCura Gruppe und wird unter der Marke OptimaMed weitergeführt.

Die Firmengeschichte des Moorbades Neydharting ist durch die Sammlung von Zeitungsartikeln, Prospekten und Werbeinseraten von den Anfängen 1948 bis 1986 gut dokumentiert. Da Professor Otto Stöber auch systematische Moorforschung betrieb, hatte er auch umfangreiche Fachartikel über das Heilmoor verfasst und für seinen Betrieb auch andere Veröffentlichungen über die Heilmoorforschung gesammelt. Dies ist für den Zeitraum 1943 bis 1959 und 1966 bis 1982 geschehen. Im persönlichen Bereich sind die zwölf Familienalben erwähnenswert, die den Zeitraum von 1952 bis 1982 abdecken.

Im errichteten Moormuseum war eine umfangreiche Albensammlung (26 Bände) mit Fotos und auch großformatigen Abbildungen untergebracht die die Entstehungsgeschichte und die laufenden Veränderungen des Moorbades Neydharting sowie die Abhaltung zahlreicher Moorkongresse illustrieren. Im Moormuseum waren auch die zahlreichen Ehrenurkunden und Zertifikate, die Otto Stöber in seinem Leben erwarb ausgestellt. Die Institutionen, die diese Ehrungen vergaben, reichen von Stadt Linz, Landesfremdenverkehrsverband, gewerbliche Wirtschaft, internationalen Forschungszentren und ausländischen Museen.

1970 wurde Otto Stöber der Professorentitel verliehen. Auf Grund seines Engagement in der Marktgemeinde Bad Wimsbach-Neydharting wurde Prof. Stöber die Ehrenbürgerwürde der Marktgemeinde verliehen.

Im Moormuseum waren auch die Unterlagen zu seiner Monographie „Der Drudenfuß: eine kulturhistorische Studie über das Pentagramm“ sowie ein Manuskript über ein „Moorlexikon“ archiviert. Gästebücher und kurärztliche Protokolle von 1904-1986 runden den Archivbestand über die Firmengeschichte des Moorbades Neydharting ab.

Die Sammlungen des Nachlasses von Prof. Otto Stöber gelangten in zwei Tranchen im März und Juli 2017als Geschenk seiner Tochter Mag. Fausta Piccini-Stöber in das Oberösterreichische Landesarchiv (LA-853-2017/Kn, LA-2122-2017/Kn).

Die Abwicklung der Übernahme vor Ort führte im Auftrag von Frau Mag. Piccini-Stöber Herr Thomas Zimbelmann aus Bad Wimsbach-Neydharting durch. Herr Zimbelmann übermittelte dem Oberösterreichischen Landesarchiv auch eine Aufstellung (siehe Inventarliste im Anhang) aller Sammlungen und Ausstellungsstücke die im Moormuseum untergebracht waren und welche Bestände und Exponate nach der Auflösung des Museums an das Moormuseum Ibm, an das Naturmuseum Salzkammergut und an das Landesarchiv übergeben wurden. Vom Oberösterreichischen Landesarchiv waren an der Übernahme die Archivbediensteten Mag. Norbert Kriechbaum und Willibald Mayrhofer beteiligt. Willibald Mayrhofer ordnete und verzeichnete in den Sommer- und Herbstmonaten 2017 den Nachlass Otto Stöber.

99 Handschriften, 9 Aktenschachteln, 2 Mappen
Laufzeit: 1943-1986

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