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Landeshauptmannschaft bis 1783

Der Landeshauptmann ob der Enns vereinigte in seinem Amt militärische und Verwaltungsaufgaben mit denen eines Richters. Der Hauptmannstitel lässt sich erstmals 1275 nachweisen. Im Jahre 1300 heißt Eberhard von Walsee schon "Hauptmann ob der Enns" und sein Amt "Hauptmannschaft ob der Enns". Die Bezeichnung "Landeshauptmann ob der Enns" für das höchste Amt der landesfürstlichen Verwaltung in Österreich ob der Enns bürgerte sich gegen Ende des Mittelalters ein. Der Landeshauptmann vertrat im Land ob der Enns den Landesherrn, in dessen Namen er alle Amtsbefugnisse ausübte. Er wurde vom Landesfürsten ernannt und legte auch gegenüber diesem den Amtseid ab. Der ständige Amtssitz des Landeshauptmannes war zunächst die Ennsburg, ab etwa 1330 die landesfürstliche Burg in der Landeshauptstadt Linz. Mit der Hauptmannschaft war auch die Schlossherrschaft Linz verbunden. Zur Unterstützung bei der Erfüllung seiner Aufgaben standen dem Landeshauptmann mehrere Organe wie der Landesanwalt, der Landrichter, der Landschreiber und der Pfleger des Linzer Schlosses zur Seite. 1783 traten im Zuge der Verwaltungsreformen von Kaiser Josef II. an Stelle der meistens dem einheimischen Adel entstammenden Landeshauptleute, die als Grundherren Land und Volk kannten, kaiserliche Beamte, die Regierungspräsidenten, die so wie die ihnen zugeteilten Beamten häufig aus anderen Ländern kamen.

Das Archiv des Landeshauptmannes, der bis 1783 an der Spitze der landesfürstlichen Verwaltung stand, ist nur in Bruchstücken erhalten geblieben. Das ist zweifellos einer der größten archivalischen Verluste für die Landesgeschichte. Geschlossene Bestände sind erst ab 1700 vorhanden, Einzelstücke gehen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Insgesamt sind 34 Handschriften (ab dem 16. Jahrhundert Urbare, Patente, Rechnungen, Indices) und 212 Schachteln Akten vorhanden. Diese enthalten die Gruppen: I Staat und Land (Kaiserhaus, landesfürstlicher Besitz, Grenzakten); II Klöster und Kirchen (Ecclesiastica); III Stiftungen; IV Schulwesen und Studien.

212 Schachteln, 34 Handschriften, 4 Faszikel
Laufzeit: 16. - 18. Jh.
Literatur: Trinks, Bestände 35; Zibermayr, Landesarchiv 131 ff.

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